In den Wiedervernässungsflächen Mecklenburg-Vorpommerns

Beutelmeise (m) mit Nistmaterial
Beutelmeise (m) mit Nistmaterial

In diesem Mai habe ich mich überwiegend um Vögel der Feuchtgebiete und Moore gekümmert. Besonders viel Zeit habe ich den Beutelmeisen gewidmet. In einem wiedervernässten Moor habe ich vier Beutelmeisen-Nester gefunden, die alle in unterschiedlichen Bauphasen und dazu auch noch fototauglich waren... das hatte ich noch nie erlebt:-)

Fremdes Beutelmeisen-Männchen flüchtet mit gestohlenem Nistmaterial
Fremdes Beutelmeisen-Männchen flüchtet mit gestohlenem Nistmaterial

Besonders interessant war, dass die unterschiedlichen Männchen sich gegenseitig das bereits verbaute Nistmaterial von den Nestern klauten.

Bekam der Nest-Eigentümer dies mit, gab es wilde Verfolgungsjagden... letztendlich sind aber alle 4 Nester fertig geworden.

Eins der Nester hing so günstig, das es sich für abendliche Gegenlichtaufnahmen anbot.

Fütterung bei den Schwarzhalstauchern
Fütterung bei den Schwarzhalstauchern

Ein weiteres Highlight an einer anderen Wiedervernässungsfläche waren Schwarzhalstaucher, die sich des Öfteren in unmittelbarer Ufernähe aufhielten. Neben zwei Paaren mit relativ jungen Pulli kamen auch einzelne adulte Tiere an dieser Stelle vorbei, sodass mir einige Fotos gelangen:-)

Schilfrohrsänger kurz vor Sonnenaufgang
Schilfrohrsänger kurz vor Sonnenaufgang

Zusätzlich durfte ich hier einen traumhaften Sonnenaufgang mit einem äußerst kooperativen Schilfrohrsänger erleben und konnte Fotos von Rohrschwirl, Tafelente, Schnatterente, Knäkente, Kuckuck, Flussseeschwalbe, Kormoranen und Rohrweihe machen.

Helgoland im April

Steinschmätzer und helgoländer Geschichte
Steinschmätzer und helgoländer Geschichte

In der ersten Aprilhälfte habe ich eine Woche auf Helgoland verbracht. Ornithologische Raritäten waren zu dieser Zeit nicht wirklich zu erwarten und so war das Highlight dieser Woche mein erstes Foto eines Goldregenpfeifers im Brutkleid den ich am letzten Abend auf dem Oberland fotografieren konnte.

Am ersten Abend gelangen mir dort Aufnahmen eines Steinschmätzers und zwischendurch fand ich sogar die Zeit ein paar Blümchen zu fotografieren;-)

 

Basstölpel in der Abendsonne
Basstölpel in der Abendsonne

Obwohl sich auf der Düne ein Trupp von ca. 100 Meerstrandläufern aufhielt, war ich erstaunlicherweise sehr motiviert mich intensiv mit den Basstölpeln zu beschäftigen. Ich probierte Aufnahmen mit längerer Belichtungszeit und Kamerabewegung, hatte tolle Lichtstimmungen und einmal perfekte highkey-Bedingungen... Fotografenherz was willst Du mehr:-)

vorjährige Trottellumme
vorjährige Trottellumme

Sehr gefreut habe ich mich über die Möglichkeit ein paar schöne Aufnahmen von Trottellummen machen zu können. An einem Nachmittag stand der starke Wind so günstig, dass sie häufig bis dicht an die Klippenkante geflogen sind. Zusätzlich hielten sich zwei vorjährige Trottellummen in einer Ecke des Dünen-Hafens auf. Dort konnte ich lediglich aus erhöhter Perspektive fotografieren. Der Sand dort war aber recht hell, sodass ich durch starke Überbelichtung den Untergrund ausblenden konnte.

Meerstrandläufer
Meerstrandläufer

Zwei Abende verbrachte ich auf der helgoländer Düne und versuchte mich an den Meerstrandläufern. Hin und wieder gesellten sich zusätzlich ein paar Steinwälzer und Sandregenpfeifer zu ihnen. Dieser Trupp faszinierte mich so sehr, dass ich das helgoländer Haustier - den Austernfischer - sträflich vernachlässigte. Lediglich beim Warten auf die Fähre machte ich ein Foto ihm und  einem Flussuferläufer. Zusätzlich konnte ich die Balz der Eiderenten beobachten und Mitzieher mit den Seehunden probieren.

Ein Nordsee-Wochenende

Kürzlich habe ich ein verlängertes Wochenende an der Nordsee verbracht. Der Freitag startete leider entgegen der Vorhersagen sehr regnerisch. Als ich morgens nach einer Stunde komplett durch war, entschloss ich mich lieber den kulinarischen Genüssen zu frönen und das Fotografieren auf später zu verschieben.

Gegen 16 Uhr hörte der Regen schließlich auf und zum Tagesabschluss wurde mir noch ein toller Sonnenuntergang mit einem fantastischen Farbenspektakel geboten.

Am nächsten Morgen sollten Monduntergang und Sonnenaufgang zusammenfallen. Als ich beim Aufstehen den Vollmond am wolkenlosen Himmel strahlen sah, malte ich mir in Gedanken schon die tollsten Fotos aus... es kam natürlich anders. 20 Minuten vor Untergang verschwand der Mond hinter einem Wolkenband... Der Sonnenaufgang zauberte dann als Entschädigung traumhafte Farben in die Landschaft. Ansonsten gab es an diesem Tag viel Wetter... dreimal wurde ich komplett nass. Der Bildausbeute war das allerdings sehr zuträglich;-)

Der Sonntag fiel dann komplett ins Wasser. Ich verzichtete daher komplett aufs Fotografieren und besuchte lieber einen Kumpel in Oldenburg:-)

Auch wenn viel Fotozeit an diesem Wochenende Opfer des Regens wurde, bin ich mit der Ausbeute hoch zufrieden:-)

Einiges konnte ich noch nicht so umsetzen wie gehofft.. ich werde also wiederkommen!

Die dunklen Monate

Waldrapp
Waldrapp

Im letzten Artikel habe ich bereits über meine Besuche am "ertrunkenen" Wald berichtet. Aber natürlich habe ich in den dunklen Monaten von November bis Februar noch weitere Ziele angesteuert.

Im Oktober waren einige hauptsächlich junge Waldrappe aus dem österreichisch-deutschen Wiederansiedlungsprojekt fälschlicherweise Richtung Norden geflogen anstatt über die Alpen in die Winterreviere. Zwei dieser Vögel hielten sich für einige Wochen in Barth auf und ich stattete ihnen im November einen Besuch ab

Seidenschwanz
Seidenschwanz

Diesen Winter hielten sich ebenfalls verhältnismäßig viele Seidenschwänze besonders an der Ostseeküste auf. Dreimal hatte ich die Gelegenheit diese wunderschönen Vögel zu fotografieren.

Nordische Wasseramsel (Cinclus cinclus ssp. cinclus)
Nordische Wasseramsel (Cinclus cinclus ssp. cinclus)

Wasseramseln gibt es in MV nicht als Brutvogel und so sind wir auf Überwinterer der Nominatform (Cinclus cinclus ssp. cinclus) aus Skandinavien angewiesen. Aufgrund der immer milderen Winter dort nimmt die Anzahl der Überwinterer leider seit Jahren stetig ab... dieses Jahr sind deutlich weniger als 10 Vögel entdeckt worden. Umso glücklicher bin ich, dass es mir an einem Tag geglückt ist, ein Tier vor die Kamera zu bekommen.

Krähe
Krähe

Eines Tages habe ich durch Zufall mitbekommen, dass ca. 100 bis 200 Krähen ein paar Bäume im Park direkt bei mir zu Hause als Schlafplatz bzw. als Vorsammelplatz nutzen.. Das war die perfekte Gelegenheit, um nach der Arbeit noch eine halbe Stunde bis zur kompletten Finsternis ein wenig frische Luft zu schnappen:-)

An einem der Abende schien der Mond und ich habe versucht ihn ins Bild zu integrieren.

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Der ertrunkene Wald

Tod und Wiederbesiedlung - Aspekte der Renaturierung
Tod und Wiederbesiedlung - Aspekte der Renaturierung

Durch Wiedervernässungsmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern wurden in einigen Gebieten auch Wälder dauerhaft unter Wasser gesetzt, sodass die Bäume abgestorben sind. Entstanden sind dadurch aber wahre Naturparadiese - besonders für Wasservögel, Fischotter, Amphibien und auf Wasser angewiesene Insekten wie Libellen.

Auch fotografisch haben diese "ertrunkenen Wälder" viel Potenzial. Besonders eines dieser Gebiete hat es mir angetan und ich stattete ihm diesen und letzten Winter einige Besuche ab.

Fischadlerhorst - oder - Kreaturen der Nacht
Fischadlerhorst - oder - Kreaturen der Nacht

Biologisch interessant ist hier die einzige Baumbrut eines Fischadlers im Altkreis. Alle anderen Bruten finden dort auf Leitungsmasten statt (vielen Dank an Elisabeth Haseloff für die Info!).

Bei mir regen diese Baumgestalten die Phantasie an und sie wirken auf mich wie "Kreaturen der Nacht". Ich musste sofort an den Song "Fear of the Dark" von Iron Maiden denken;-)

Der ertrunkene Wald im Nebel
Der ertrunkene Wald im Nebel

Neben einem stimmungsvollen Nebelmorgen durfte ich dort ebenfalls einen traumhaften Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sowie bedecktes Wetter für highkey Aufnahmen erleben.

An Vögeln begegneten mir vor allem Entenvögel, Schwäne und Krähen.

Limikolen-Saison 2023

Mein Highlight - Sumpf- und Teichwasserläufer
Mein Highlight - Sumpf- und Teichwasserläufer

Mittlerweile steht Weihnachten vor der Tür und die allermeisten Limikolen, bis auf ein paar Winter-harte Vögel, sind von der Ostsee abgezogen. Zeit also die diesjährige Watvogelsaison in Bildern Revue passieren zu lassen.

Sie begann im August gleich mit einem Highlight für mich. An einem Strandsee konnte ich einen Teichwasserläufer und einen Sumpfläufer beobachten. Das ich beide dann noch auf EINEM Foto ablichten konnte war die Krönung:-)

Pfuhlschnepfen
Pfuhlschnepfen

Ansonsten kamen mir Alpenstrandläufer, Grünschenkel, Kiebitzregenpfeifer, Meerstrandläufer, Pfuhlschnepfen, Sanderlinge und Steinwälzer vor die Linse.

Es ergaben sich schöne Situationen für highkey-Aufnahmen und ich versuchte mich an Fotos mit längerer Belichtungszeit und Kamerabewegung. Einige Klassiker haben sich natürlich auch eingeschlichen;-)

Herbst auf dem Darß

Flammen
Flammen

Nach 2 Jahren Pause habe ich dieses Jahr die letzte September-Woche wieder auf dem Darß verbracht. Es standen vor allem Limikolen, die Hirschbrunft und auch Landschaftsfotografie am Weststrand auf dem Programm. Nun war die ganze Woche traumhaftes Wetter.... blauer Himmel, Sonnenschein und kein Wind. Wundervoll für einen Erholungsurlaub - katastrophal für dramatische Weststrand-Fotos. Das 24-70mm Objektiv für die Landschaftsfotografie blieb also die meiste Zeit im Rucksack. Zweimal kam es aber doch zum Einsatz. Gleich den ersten Abend gab es zum Sonnenuntergang traumhaftes Licht am Nordstrand. Die wenigen Wolken am Himmel erstrahlten in knalligem Rot und der Darßwald schien in Flammen zu stehen...

Der Tag beginnt (Lachmöwe)
Der Tag beginnt (Lachmöwe)

An zwei Tagen erlebte ich einen wundervollen Sonnenaufgang am Nordstrand. Schon eine halbe Stunde vorher zeigten sich wundervolle Farben am Himmel. Da es noch sehr dunkel war, versuchte ich durch Mitzieher die vorbeifliegenden Enten, Gänsesäger und Kormorane vor den tollen Himmelsfarben in Szene zu setzen.

Auch einen dritten Sonnenaufgang durfte ich dort mit einer Lachmöwe erleben... allerdings war dieser farblich relativ unspektakulär. Auf dem Rückweg nach Prerow ergab sich dann noch ein schönes Landschaftsmotiv.

Sonnenaufgang mit Pfuhlschnepfe
Sonnenaufgang mit Pfuhlschnepfe

Das gute Wetter wirkte sich leider auch negativ auf die Anzahl und Artenvielfalt der Limikolen aus. Zudem lag am Nordstrand relativ wenig braune Algenpampe, in der die Watvögel Nahrung finden. So konnte ich dort in der ganzen Woche nur Knutts (maximal 27), 5 Pfuhlschnepfen, 3 Austernfischer, 2 Alpenstrandläufer und 2 scheue Grünschenkel entdecken. Es ergaben sich aber schöne Möglichkeiten, um Pfuhlschnepfen, Knutts und Austernfischer abzulichten:-)

...ein Graureiher hat sich in die folgenden Bilder noch als Bonus eingeschlichen:-)

Hirsch-Landschaft
Hirsch-Landschaft

Da ich von den Hirschen dort schon eine ganze Reihe "normale" Fotos habe, wollte ich einige "andere" Fotos versuchen. Dazu experimentiere ich gerne mit längeren Belichtungszeiten und Kamera-Bewegung... auf schlau auch "intentional camera movement" genannt. Soviel "Intention" ist allerdings nicht dabei. Im Prinzip wackelt man während der Belichtung ordentlich mit der Kamera und produziert extrem viel Müll in der Hoffnung, dass eins von mehreren hundert Fotos cool aussieht;-)

Der Chef (Rothirsch)
Der Chef (Rothirsch)

Die beiden folgenden Fotos sollen als Beispiel dienen, wie man mittels Kamera-Bewegung ein relativ unschönes, chaotisches Umfeld harmonischer gestalten kann. So können dann in Situationen die lediglich dokumentarische Fotos zulassen durchaus noch ästhetisch ansprechende Bilder entstehen... wobei letzteres natürlich Geschmacksache ist;-)

Der Chef in Bewegung
Der Chef in Bewegung

Zwei Minuten nachdem das obere Foto entstanden ist, lief der Hirsch an der selben Stelle vorbei. Ich habe hier die Bewegung des Tieres mit der Kamera verfolgt und mit 1/20sec belichtet. Dadurch verwischen die Konturen des Umfeldes und es wirkt deutlich harmonischer als im oberen Foto. Der Hirsch wird dagegen deutlich klarer abgebildet und sticht jetzt besser hervor. 

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Ein Schmetterlings-Sommer

Brauner Feuerfalter
Brauner Feuerfalter

Nachdem ich mich im Frühjahr ausgiebig mit Singvögeln beschäftigt habe, hatte ich Lust auf etwas Abwechslung und es ergaben sich aufgrund des sehr trockenen und warmen Junis gute Gelegenheiten für Schmetterlinge. Ich konzentrierte mich dabei hauptsächlich auf zwei Gebiete - eine Wiese in Rostock und ein Gebiet mit unterschiedlichen Habitaten (Trockenrasen, Quellmoorwiese, Wald, Hecken) auf kleinem Raum in der Nähe von Rostock.

Um mich in die Falter-Fotografie einzuarbeiten entstanden zunächst relativ "normale" Aufnahmen.

Wegerich-Scheckenfalter
Wegerich-Scheckenfalter

Eine Highlight-Art für Mecklenburg-Vorpommern ist der Wegerich-Scheckenfalter, der Anfang Juni in dem Gebiet außerhalb von Rostock fliegt. 

Mein Ziel war es von dieser Art stimmungsvolle Bilder zu kreieren. Dafür probierte ich mich durch den Objektiv-Park. Die für meinen Geschmack schönsten Fotos sind dabei mit dem 300mm f2.8 entstanden und so wurde dieses Objektiv zum meistgenutzten während dieser Falter-Saison. Ein Vorteil - die Naheinstellgrenze von 2 Metern zwingt einen dazu die Falter nicht zu groß ins Bild zu setzen und sich mehr um ein ansprechendes Umfeld zu kümmern.

 

Kleiner Eisvogel
Kleiner Eisvogel

Ich war überrascht wieviel Arten ich finden konnte, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Nachdem ich in einem Waldgebiet die ersten Kleinen Eisvögel entdeckt hatte, konnte ich diese Art in fast jedem Wald finden. Die Art scheint in MV also recht weit verbreitet zu sein..

Außerdem konnte ich eine bisher unbekannte Population des Pflaumenzipfelfalters in dem Gebiet außerhalb von Rostock entdecken. Die frischen Falter (ca. 10 bis 15) flogen Abends an einer besonnten Waldkante mit Schlehen. Auch eine Raubfliege freute sich über das bunte Nahrungsangebot und mindestens einer der Falter wurde leider verspeist. Laut Verbreitungsatlas der Tagfalter ist diese Art in MV relativ selten, wobei sie möglicherweise durch ihre versteckte Lebensweise auch oft übersehen wird.

Erstmals konnte ich diesen Sommer Mädesüß-Perlmuttfalter und Falter des Artkomplexes Goldene Acht/Hufeisenklee-Gelbling beobachten und fotografieren. Letztere können nur über die Raupe sicher unterschieden werden, wobei laut Verbreitungsatlas nur die Goldene Acht in MV vorkommen soll. Mein Dank für das Finden dieser Arten geht an Jan Vossler!

Weibchen des Violetten Feuerfalters
Weibchen des Violetten Feuerfalters

Das Highlight:

Bei einer Begehung der Wiese in Rostock fiel mir ein ungewöhnlich großer Feuerfalter (Spannweite ca. 4cm) auf. Nach Belegfotos von Ober- und Unterseite konnte der Falter als Weibchen des Violetten Feuerfalters bestimmt werden. Diese Art wird in Kategorie 2 der Roten Liste geführt und zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine großen Populationen bildet, sondern nur in wenigen Exemplaren verstreut vorkommt. Dieser Falter war auch schon relativ abgeflogen und wird wohl nicht auf dieser Wiese geschlüpft sein, da die Art dort bisher nicht aufgefallen ist. Allerdings gibt es aus den letzten Jahren vereinzelte Funde aus der Umgebung von Rostock, sodass die Art hier wohl in geringer Dichte vorkommt.

Balzflug der Admirale
Balzflug der Admirale

Eines Tages entdeckte ich auf einer Waldlichtung 15 bis 20 Admirale, die ausgiebige Balzflüge unternahmen. Manchmal umkreisten sich die Falter dabei für wenige Sekunden auf der Stelle... das war die Chance sich an Flugaufnahmen zu versuchen.

Abends gab es hier eine Stelle an der die Falter von der Sonne beleuchtet wurden, während der Wald dahinter im Dunklen lag. Zusätzlich wurden einige Baumstämme von der Sonne beleuchtet... eine gute Möglichkeit für low-key Aufnahmen.

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Eine Singvogel-Saison in der Hansestadt Rostock

Rotkehlchen
Rotkehlchen

Nachdem im letzten Jahr die Singvogel-Saison fast vollständig an mir vorbei gegangen ist, hatte ich mir für diesen Mai fest vorgenommen mich intensiv um die Singvogel-Fauna der Hansestadt Rostock zu kümmern. Zum Stadtgebiet von Rostock gehören viele unterschiedliche Habitate. Neben Siedlungsflächen, Parks und Friedhöfen gibt es ein großes Waldgebiet - die Rostocker Heide -, Moore, kleine Sumpflöcher, den Fluss Warnow, Strand und landwirtschaftliche Flächen. Aufgrund dieser Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen weist der Brutvogelatlas der Hansestadt Rostock über 150 Brutvogelarten aus.

Zaunkönig
Zaunkönig

Von den typischen Park- und Friedhofsarten gelangen mir meine ersten vorzeigbaren Fotos von Rotkehlchen und Zaunkönig... wobei ich gestehen muss, dass die Zaunkönig-Fotos bereits im März entstanden sind;-)

Zusätzlich konnte ich noch ein Sommergoldhähnchen ablichten, das im Gegensatz zum Wintergoldhähnchen nicht strikt auf Nadelbäume angewiesen ist und deshalb auch in Parks mit Laubbäumen häufig anzutreffen ist.

Schilfrohrsänger
Schilfrohrsänger

Am meisten haben es mir allerdings die Arten der Moore und Feuchtgebiete angetan und so freue ich mich sehr über einige Fotos vom Schilfrohrsänger, eine Art, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat.

Auch der Drosselrohrsänger hat stark zugenommen, jedoch fand ich keine gute Möglichkeit für besonders ansprechende Fotos und kann nur ein Foto vorzeigen.

Auch vom Rohrschwirl gelang mir dieses Jahr nicht viel... aber man braucht ja noch Ziele für die nächsten Jahre;-)

Schlagschwirl
Schlagschwirl

Eine Art, die ganz oben auf meiner Wunschliste stand konnte ich dieses Jahr endlich ausgiebig fotografieren... den Schlagschwirl. Entlang der Warnow kommt diese meistens sehr versteckt lebende Art relativ häufig bis in das Rostocker Stadtgebiet vor.

Das die Vögel hauptsächlich nachts und in dichtem Buschwerk singen macht es nicht gerade einfach sie zu fotografieren. Hier muss man einfach suchen, bis man einen Vogel gefunden hat, der Fotos zulässt und diese Suche dauerte bei mir 3 Jahre. Ich konzentrierte mich auf die Ankunftszeit der Vögel Mitte Mai in der Hoffnung, dass sie dann auch tagsüber singen und sich vielleicht auch einmal eine prominente Singwarte suchen... und ich wurde belohnt:-) Dieser Vogel sang für 2 Tage bevorzugt aus dem Schilf bis er einen Busch direkt neben dem Weg für sich entdeckte. Nach ca. einer Woche waren die Fotomöglichkeiten dann vorbei und er ging zur typischen, versteckten Lebensweise über.

Braunkehlchen
Braunkehlchen

Eine Erkundungstour führte mich an einem blühenden Rapsfeld vorbei, in dem ich mehrere Braunkehlchen auf dem Durchzug entdeckte. Da ich von dieser stark bedrohten Art noch keine Fotos hatte, kam ich abends mit Kamera wieder und konnte neben Braunkehlchen noch Schafstelze, Rohrammer und Schwarzkehlchen fotografieren.

Das Rapsfeld liegt neben einer vorwiegend extensiv genutzten Weide, die noch einigen Singvogelarten wie Schwarzkehlchen, Braunkehlchen, Feldlerche und Grauammer Brutmöglichkeiten bietet.

Leider ist das Gebiet durch Pläne zur Hafenerweiterung akut bedroht. Eine Petition zur Verhinderung findet sich hier. Jede Unterschrift zählt!!!

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In Niedersachsens Mooren

Rotschenkel mit Sturmfrisur
Rotschenkel mit Sturmfrisur

Ende April war ich wieder für ein paar Tage im Schnepfenmoor, um Limikolen zu fotografieren. Zu Beginn war das Wetter gruselig... Sturm, Regen und Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich. Es fühlte sich an wie Herbst. Schließlich durfte ich aber noch zwei tolle Sonnenaufgänge erleben und einige schöne Fotos von Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz, Kampfläufer und Großem Brachvogel mit nach Hause nehmen. 

Für die Highlights sorgten aber andere Vogelarten... doch dazu später mehr. 

balzender männl. Jagdfasan
balzender männl. Jagdfasan

Ein Highlight war die Balz der Fasane. Erstmals konnte ich diese hübschen Vögel ausgiebig bei der Balz beobachten und fotografieren. An einer Stelle kabbelten sich bis zu sechs Männchen um vier Weibchen... ein tolles Schauspiel!

männl. Knäkente
männl. Knäkente

Mein absolutes Art-Highlight kam dieses Jahr aus der Gruppe der Enten... eine männliche Knäkente. Niemals vorher konnte ich diese heimliche und scheue Art in nur wenigen Metern Entfernung beobachten und fotografieren. Ein Erpel flog an zwei Abenden für jeweils kurze Zeit eine Feuchtstelle an, an der ich lag. Er ließ dann zwei bis dreimal seinen Balzruf hören - der Name ist hier Programm - und flog dann weiter zur nächsten Feuchtstelle. Ein Wahnsinns-Erlebnis:-)))

Außerdem gab es noch Löffel- und Schnatterenten und natürlich Graugänse, Störche, Hasen und mehr...

Baumfalke
Baumfalke

Am letzten Tag habe ich mich dann noch mit Sandra Westermann in einem anderen niedersächsischen Moor zu einer Foto-Tour getroffen. Sandra ist eine tolle Fotografin, schaut unbedingt auf Ihrer Webseite www.sandrawestermann.com vorbei. Das schwere Teleobjektiv blieb dabei zu Hause und ich habe mich an ein paar "anderen" Fotos versucht;-)

Unser Highlight waren zwei Baumfalken von denen sich einer einen super fotogenen Ruheplatz ausgesucht hatte:-)

Artikel im aktuellen Naturgucker-Magazin

Mulafossur, Färöer Inseln
Mulafossur, Färöer Inseln

Im aktuellen Naturgucker-Magazin (Ausgabe 66, Mai/Juni 2023) berichte ich in dem Artikel "Papageien im Nordatlantik?" auf 7 Seiten über die Färöer Inseln. Das Magazin ist am Kiosk, in Bahnhofsbuchhandlungen oder auf www.naturgucker-magazin.de erhältlich.

Trauerenten und mehr - April an der Ostsee

Trauerenten Balzgruppe (1 Weibchen, 11 Männchen)
Trauerenten Balzgruppe (1 Weibchen, 11 Männchen)

Normalerweise halte ich mir die erste Aprilhälfte für Gras-, Moorfrösche und Erdkröten frei. Dieses Frühjahr verlief aber so kalt mit nur einzelnen warmen Tagen dazwischen, dass es keine richtigen Anhaltspunkte gab wann es sich wirklich lohnt nach ihnen zu schauen... trotzdem habe ich zwei Versuche gestartet - und kam beide Male ein bis zwei Tage zu spät und fand nur noch den frischen Laich.

Die plötzliche Planlosigkeit führte mich dann ein paar mal an die Ostsee und ich war erstaunt noch relative viele Trauer- und Eisenten vorzufinden.

Trauerenten Balzgruppe
Trauerenten Balzgruppe

Meine Hoffnung einen Trauerentenerpel schwimmend in Strandnähe zu finden erfüllte sich leider nicht aber hin und wieder kamen Balzgruppen dieser Meeresenten in halbwegs brauchbare Fotoentfernung. Voraussetzung dafür sind allerdings kräftige auflandige Winde. Man benötigt massig Brennweite und zusätzlich noch viele Megapixel um Ausschnitte machen zu können... bei mir kamen das 600er mit 1,4fach oder 2fach Konverter an der Canon R5 zum Einsatz. Damit auf diese Entfernung Fotos gelingen muss es relativ kalt und bewölkt sein. Ansonsten macht Flimmern jegliche Bemühungen zunichte.

Eisenten-Männchen (überwiegend Winterkleid)
Eisenten-Männchen (überwiegend Winterkleid)

Bei den Eisenten hat man öfter das Glück, dass sie einigermaßen nah am Strand schwimmen. Diese hochnordischen Brutvögel mausern im April vom Winter- ins Sommerkleid und so konnte ich die verschiedenen Kleider bewundern.

Sandregenpfeifer-Männchen
Sandregenpfeifer-Männchen

Was gab es sonst noch? Die Sandregenpfeifer haben ihre Brutreviere besetzt. Einige Sanderlinge machten an einem stürmischen Tag Rast auf ihrem Weg in die nordischen Brutgebiete. Mittelsäger und Lachmöwen flogen über die Ostsee, eine Bachstelze saß am Strandparkplatz auf einem dekorativen Zweig und ein rüttelnder Turmfalke wollte auch unbedingt fotografiert werden;-)

Es waren sehr schöne Tage an der Ostsee und es zeigte sich wieder, dass es Sinn macht nicht immer das Standardprogramm abzuspulen:-))

Ein Ostseewinter

Warnemünder Molenduo - Schneeammer und Strandpieper
Warnemünder Molenduo - Schneeammer und Strandpieper

Diesen Winter habe ich die meisten Fototage an der Ostsee verbracht, denn die Molen in Warnemünde waren nach ein paar enttäuschenden Wintern wieder sehr lohnenswert:-)

Diesen Winter hielten sich neben den ständig anwesenden Strandpiepern auch häufig einzelne Schneeammern dort auf. Während Trupps dieser Art in der Regel sehr nervös und mobil sind, sind einzelne Schneeammern häufig äußerst entspannte Models und so gelangen mir einige Fotos dieser hübschen Art:-)

Meerstrandläufer
Meerstrandläufer

Auch Meerstrandläufer waren an den Warnemünder Molen wieder regelmäßig vertreten. Maximal vier dieser wunderbaren Limikolen konnte ich beobachten.

Ein langgehegter Traum ging diesen Winter auch in Erfüllung, denn ich konnte endlich einen Meerstrandläufer am Strand fotografieren - dieses Glück hatte ich am Darßer Nordstrand nach einem kräftigen Sturm. Er suchte mit ca. 150 Sanderlingen und ein paar Alpenstrandläufern im Spülsaum nach Nahrung.

Turbulenz
Turbulenz

An einem stürmischen Tag fand ich einen Meerstrandläufer an der Ostmole. Allerdings hielt er sich an einer Stelle auf, an der man nicht die Mole herunterklettern konnte, ohne sich sämtliche Knochen zu brechen. Ich war also gezwungen von oben herab aus suboptimaler Perspektive zu fotografieren. Da die Wellen sehr schön zwischen die Steine liefen, wollte ich zunächst versuchen mit längeren Belichtungszeiten die Wasserbewegung sichtbar zu machen und den Vogel trotzdem scharf abzubilden. Aufgrund des starken Windes, sah der Vogel aber auf sämtlichen Fotos nach "scharf gewollt aber nicht gekonnt aus";-) Ich habe mich daraufhin entschlossen den Wind mit in die Bildgestaltung einzubeziehen, indem ich mich während des Fotografierens extra in den Wind gestellt habe und ordentlich durchgeschüttelt wurde.

Eiderente
Eiderente

Es gab auch einen stürmischen Tag, an dem ich viele Kilometer in Warnemünde gemacht habe, ohne das oben erwähnte Molen-Trio zu finden. Nachdem ich Ostmole, Mittelmole und Westmole erfolglos abgesucht hatte, gab ich der Ostmole - nach erfolgter Stärkung mit einem leckeren Fischbrötchen - eine zweite Chance. Jetzt waren zumindest einige Eiderenten und Kormorane auf der Ostsee und tauchten in Molennähe nach Nahrung. Aufgrund des stürmischen Wetters war guter Wellengang, sodass ich wieder längere Belichtungszeiten und das zuvor beim Meerstrandläufer etablierte "storm-induced camera movement" nutzte.

Lachmöwe in der Brandung
Lachmöwe in der Brandung

Meine Versuche Meerenten zu fotografieren waren diesen Winter dagegen nicht besonders erfolgreich. Mit 1200mm klappte es einmal bei Eiderenten und einer Eisente. Allerdings musste ich die Fotos zusätzlich noch kräftig beschneiden;-)

An einem dieser Tage herrschte an einem befestigten Küstenabschnitt kräftige Brandung, in der einige Lachmöwen nach Nahrung suchten. Hier konnte ich wieder das "storm-induced camera movement" in Kombination mit längeren Belichtungszeiten einsetzen.

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Fotowettbewerb Vögel des Wattenmeeres

Die Gewinner des Fotowettbewerbes "Vögel des Wattenmeeres", ausgerichtet vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT), wurden bekanntgegeben. Ich freue mich riesig über den 2. Platz und eine lobende Erwähnung in der Kategorie "Ostatlantischer Vogelzug". Allen Gewinnern gilt mein herzlicher Glückwunsch! Die beeindruckende Siegergallerie kann hier angeschaut oder als Ausstellung im Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven bis zum 20.11.2022 besucht werden.

Mein Winterhighlight - Eine Prachteiderente bei Kühlungsborn / A winter highlight - A male King Eider near Kühlungsborn

Dieser Winter hielt eine ganz besondere Überraschung für mich bereit. Im Dezember entdeckten Ornithologen ein bis zwei männliche Prachteiderenten auf der Ostsee im Bereich vor Rerik und Kühlungsborn. Wie es für diese Art typisch ist, hielten sich diese Vögel im Offshore-Bereich mehrere hundert Meter von der Küste entfernt auf und so habe ich mich zum damaligen Zeitpunkt riesig gefreut als ich einen der Vögel bei bewegter See kurz auf einem Wellenberg durchs Spektiv beobachten konnte – nicht ahnend, dass ich nur wenige Wochen später einen der Vögel hautnah erleben würde.

 

This winter had a special surprise for me. In December 2021 ornithologists found 2 male King Eiders on the baltic sea offshore Kühlungsborn and Rerik (Mecklenburg-West Pomerania, Germany). One day I had the chance to see one of these birds through the spotting scope several hundred meters away from the coast which makes me very happy. On this day I could not imagine what happened only a few weeks later - a male King Eider and me seperated by only a few meters of respectful distance.

Die Prachteiderente ist ein hochnordischer Brutvogel der an den arktischen Küsten Nordosteuropas, Asiens und Amerikas brütet. Die durch den Golfstrom gemäßigten Küsten Norwegens und Islands sind dieser Art als Brutrevier dagegen zu „mild“, dienen allerdings als bevorzugte Winterquartiere, da hier die Küstengewässer auch im Winter eisfrei bleiben. Hin und wieder werden einzelne Exemplare im Winter auch auf die deutsche Ostsee verdriftet, wo sie sich in der Regel im Offshore-Bereich mehrere hundert Meter von der Küste entfernt aufhalten.

 

The breeding grounds oft he King Eiders are the arctic coasts of northeastern Europe, Asia and America. The coasts of northern norway and iceland with their „moderate climate“ due to the gulf stream are avoided as breeding area but are preferred as wintering grounds because of their ice-free conditions during the winter. Sometimes sole birds oft the species fly a little to far southwards and could then be found in the german part oft the Baltic Sea. Here, these birds regularly stay the winter offshore several hundred meters away from the coast.

Eines Tages im Januar wurde dann plötzlich eine der Prachteiderenten auf eine Buhne ruhend in Nähe der Marina Kühlungsborn beobachtet. Nachdem sie dort für einige Tage regelmäßig beobachtet wurde, entdeckte sie einen großen Findling der etwa 500 Meter weiter östlich und ca. 10 Meter (je nach Wasserstand) weit in der Ostsee lag. Dieser diente ihr in den folgenden drei Wochen dann als regelmäßiger Ruheplatz, den sie alle paar Stunden aufsuchte.

 

 

 

One day in January, a male King Eider was seen resting on a groin near the harbour of Külungsborn and could constantly be found there in the next days. After a few days this bird discovered a big stone 500 meters east which is lying in the sea round about 10 meters away from the shoreline. This stone then became the birds preferred resting place fort he next three weeks and he could be found there every few hours.

Die Nahrung von Prachteiderenten im Winterquatier besteht vor allem aus Muscheln, Krebsen, Seeigeln und Seesternen, die auch aus größeren Tiefen bis zu 50 Metern erbeutet werden können. Die Prachteiderente bei Kühlungsborn hat vor allem Krabben und Muscheln gefressen.

 

In the wintering grounds King Eiders mainly feed on mussels, crabs, sea urchins and starfish which can be captured in water depth up to 50 meters. Our bird mainly feeds on mussels and crabs.

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350km nördlich des Polarkreises - 350km north of the arctic circle

Tromsö
Tromsö

Ende September habe ich eine Woche 350km nördlich des Polarkreises in Tromsö verbracht. Ziel war diesmal nicht die Tierfotografie, sondern ich wollte unbedingt einmal Polarlichter mit eigenen Augen sehen, erleben und wenn möglich auch fotografieren.

 

In the end of september I spent one week in Tromsö (Norway) 350km north of the arctic circle. Aim of this journey was to experience for the first time the northern lights and hopefully take some photos.

Tromsö im Sonnenuntergang - Sunset over Tromsö
Tromsö im Sonnenuntergang - Sunset over Tromsö

Tromsö hat ungefähr 80.000 Einwohner und ist die nördlichste Universitätsstadt. Am meisten hat mich das Tunnelsystem, das unter Tromsö in den Felsen gesprengt wurde, beeindruckt. Hier gibt es kilometerlange Straßen, Kreisverkehre und ein großes Parkhaus - nichts für Klaustrophobiker;-)

 

Round about 80k people live in Tromsö which has also the northernmost university. I was very impressed by the giant tunnel system under the city. You can find there many kilometers of streets, traffic circles and a giant parking facility - not the best place for people suffering from claustrophobia;-)

Brücke in Tromsö - Tromsö-Bridge
Brücke in Tromsö - Tromsö-Bridge

Da es für mich die erste Reise soweit in den Norden war, habe ich eine Tour bei "Natur im Fokus" mit Daniel Spohn gebucht und Daniel hat wirklich einen super Job gemacht - Danke! Vielen Dank auch an meinen Foto-Kumpel Jens der mir diese Reise empfohlen hat und ebenfalls mit von der Partie war - es hat sehr viel Spaß gemacht!

 

Because this was my first journey to the north I booked a trip from "Natur im Fokus" with Daniel Spohn as guide and he did a great job - thanks a lot Daniel! Thankfully, my photo friend Jens asked me to accompany him on this tour and it was a great time - thanks a lot Jens!

Herbst trifft Winter - Autumn meets Winter
Herbst trifft Winter - Autumn meets Winter

Einige Tage vor unserer Ankunft hatte es leider ziemlich gestürmt, sodass viele Bäume schon ihr Laub verloren hatten. Zum Glück fanden wir noch ein Tal südlich von Tromsö, das noch in tollen Herbstfarben erstrahlte und die Farbenpracht dort hat mich echt umgehauen:-)

 

Some days before our arrival a storm had blown of most leaves from the trees but thank god, we found a valley in wonderful autumn colours. This blaze of colours kicked me out of my shoes - it was amazing:-)

Blaue Stunde - Blue Hour
Blaue Stunde - Blue Hour

Auch die Küstenlinie mit den Fjorden war sehr beeindruckend. Meistens verschwand die Sonne kurz vor Sonnenuntergang hinter einem Wolkenband oder Dunstschleier, einmal hatten wir jedoch Glück. Die Bergkette im Hintergrund gehört zu Norwegens zweitgrößter Insel Senja.

 

The coast line with the fjords was also very impressive and one evening we had the luck to see an amazing sunset. In the background you can see the coast line of the island of Senja.

Kuss der Lichter - Kiss of lights
Kuss der Lichter - Kiss of lights

Wir hatten wirklich viel Glück, denn in fünf von sieben Nächten konnten wir Polarlichter beobachten und fotografieren - ein unbeschreibliches Gefühl, das man unbedingt einmal mit eigenen Augen erlebt haben sollte. Die Reise war also ein voller Erfolg:-))

 

We had a lot of luck because on five out of seven nights we could experience the northern lights. It is a feeling more than words can say - so amazing. So if you will get the chance to see them, take it!!! 

Rotes Licht

Kurz bevor die Sonne untergeht taucht sie die Landschaft nochmal für einen kurzen Zeitraum von 2 bis 3 Minuten in ein wunderschönes rotes Licht. Eine besondere Intensität erreicht dieses Licht wenn es nur einen schmalen wolkenfreien Streifen am Horizont gibt und der Himmel ansonsten bedeckt ist. In den letzten Wochen hatte ich gleich zweimal das Glück bei so einem Farbspektakel ein lohnendes Foto-Motiv vor der Linse zu haben. Beschienene Baumstämme des Küstenwaldes erstrahlen so in den schönsten Rottönen und um dieses Farbspektakel zu betonen habe ich die Konturen der Bäume verwischt. Kürzlich lief mir dann am Strand noch genau im Moment des intensivsten Lichtes ein Sanderling vor die Linse:-)

Aus dem aufregenden Leben der Moschusböcke (Aromia moschata)

Moschusbock auf Wilder Möhre
Moschusbock auf Wilder Möhre

Moschusböcke werden bis zu 4 cm lang und gehören damit zu den größeren Käfern hierzulande. Sie ernähren sich von Pollen und Baumsäften. Dabei bevorzugen sie weiße Doldenblüten wie z.B. von der Wilden Möhre oder dem Schwarzen Holunder. Wirtsbaum ist die Weide.

Die Tiere können ein stark moschusartig riechendes Sekret absondern, das früher zum parfümieren von Tabak genutzt wurde.

Pärchen bei der Arterhaltung
Pärchen bei der Arterhaltung

Auf einer Wiese in Rostock konnte ich kürzlich sechs Moschusböcke entdecken... so viele hatte ich bisher in meinem gesamten Leben zusammen noch nicht gesehen. Während einer der Käfer sich an den Blüten einer Wilden Möhre labte, entdeckte ich fünf weitere Exemplare - zwei Paare und einen Single - an einer jungen Weide.

Die Weibchen beider Paare hatten die Weide angenagt und nahmen unaufhörlich den ausfließenden Saft auf.

Die Wespe als Liebes-Töter
Die Wespe als Liebes-Töter

Plötzlich tauchte eine Wespe auf - wohl angelockt von dem Duft des frischen Baumsaftes - und wollte ihren Teil von dem Saft abhaben. Sie nervte abwechselnd beide Paare in penetranter Weise, doch ließen sich diese nicht beirren und hielten Stand.

Der Single - noch Herr über seine Nahrungsquelle
Der Single - noch Herr über seine Nahrungsquelle

Dann entdeckte sie den noch ahnungslosen Single an seiner Baumsaft-Leckstelle und sie gab alles was sie an Penetranz aufbieten konnte... und das Wespen außerordentlich penetrant sein können wissen wir schließlich alle;-)

Penetranz wird belohnt
Penetranz wird belohnt

...und unsere Wespe hatte Erfolg mit ihrer unwiderstehlichen Art. Als Belohnung wartete eine große Portion leckerer Weiden-Saft.

Auf dem Zuschauerplatz
Auf dem Zuschauerplatz

Unserem Moschusbock blieb leider nur die Zuschauerrolle...

Da ist er schon der einzige Single auf dem Baum und kann nicht mal seinen Kummer mit Weiden-Saft betäuben...;-)

Endlich raus - Urlaub auf Helgoland

Abend auf Helgoland
Abend auf Helgoland

Als im Spätsommer 2020 die Corona-Pandemie beherrschbar erschien hatte ich mit einem Kumpel eine Woche Helgoland gebucht. Den Termin hatten wir extra auf Ende Mai/Anfang Juni gelegt, da ja zu erwarten war, dass es im Winter wieder zu einem Aufflammen der Pandemie kommt.... dass es denn aber so eine Punktlandung mit dem Urlaub wurde war dann doch überraschend. Und es wurde wirklich Zeit aus dem aufreibenden Trott der letzten Monate einmal auszubrechen... und welcher Ort ist dafür besser geeignet als Helgoland:-)

Basstölpel
Basstölpel

Diesmal stand neben dem Fotografieren vor allem Relaxen, Quatschen (ich hatte meinen Kumpel ein halbes Jahr nicht gesehen) und gutes Essen auf dem Programm. Letzteres begann aber mit einer herben Enttäuschung, denn unser Lieblingsrestaurant hatte neue Besitzer - was man leider dem Essen angemerkt hat. Auf Umwegen haben wir schließlich die Mocca-Stuben auf dem Oberland für uns entdeckt... jetzt konnte auch der kulinarische Genuss beginnen:-)

Eissturmvogel
Eissturmvogel

Erst am zweiten Abend auf der Insel bekam ich Lust mit der Kamera loszuziehen und zur Einstimmung versuchte ich mich an den Seevögeln. Gefreut habe ich mich besonders über Flugaufnahmen von Eissturmvogel und Tordalk, da ich diese Arten auf meinen bisherigen Helgoland-Besuchen sträflich vernachlässigt hatte.

Sichelstrandläufer im frischen Brutkleid
Sichelstrandläufer im frischen Brutkleid

Am nächsten Tag wurden zwei Sichelstrandläufer auf der Düne gemeldet, die ich dann auch ziemlich schnell gefunden habe. Leider hielten sie sich die ganze Zeit in unattraktiver Algenpampe auf und zusätzlich strahlte der kiesige Strand soviel Hitze ab, dass die Luft auch am Abend noch stark flimmerte und ich kaum brauchbare Fotos bekam. Zwei Tage später bekam ich dann zum Glück noch eine bessere Gelegenheit einen Sichelstrandläufer im schönsten, frischen Brutkleid zu fotografieren.... und damit ging ein lang gehegter Traum in Erfüllung:-)))

Nebel an der Langen Anna
Nebel an der Langen Anna

Nach dem ersten etwas enttäuschenden Sichelstrandläufer-Abend auf der Düne hieß der Plan für den nächsten Tag "Ausschlafen" und "gemütlich Frühstücken". Als ich gegen halb neun aufwachte und nach draußen schaute, zeigte sich wolkenloser, blauer Himmel und die Sonne strahlte bereits... also absolut kein Foto-Wetter. Den Plan vom Vorabend konnte ich also guten Gewissens umsetzen - dachte ich. Als ich dann aber aus der Bäckerei kam, war plötzlich die Düne nicht mehr zu sehen und auch den Leuchtturm auf dem Oberland konnte man nur noch schemenhaft erkennen - dichter Nebel war aufgezogen.

Anflug durch den Nebel - Basstölpel
Anflug durch den Nebel - Basstölpel

Also war nix mit gemütlich Frühstücken, sondern fix rauf aufs Oberland zu den Tölpeln hieß die Devise. Dort bot sich mir eine traumhafte Stimmung. Die Sicht auf die Lange Anna änderte sich im Minutentakt von frei bis nicht im Ansatz zu erkennen und als Kontrast dazu wurden die Tölpel von der Sonne angestrahlt, da der Nebel relativ tief hing. Beim Fotografieren vergingen die Stunden wie im Flug und erst als der Sonnenbrand auf meinem Ohr schmerzte, merkte ich, dass ich schon drei Stunden dort oben stand.

Polarmöwe im 2. Kalenderjahr am Nordoststrand
Polarmöwe im 2. Kalenderjahr am Nordoststrand

Das Salz in der Suppe von Helgoland-Besuchen sind natürlich die ornithologischen Raritäten, die besonders zu dieser Zeit und während des Herbstes auf Helgoland auftauchen. Diesmal konnte ich am Nordoststrand eine Polarmöwe im zweiten Kalenderjahr fotografieren. Am letzten Tag wurde dann noch ein Buschrohrsänger auf der Düne entdeckt. Dem schönen Gesang dieses Vogels konnte ich eine halbe Stunde lauschen, zu Gesicht bekam ich ihn leider nicht - er machte seinem Namen alle Ehre und hockte tief im Gebüsch.

Ein seltener Gast aus Amerika - Der Drosseluferläufer (Actitis macularius)

Der Drosseluferläufer ist das amerikanische Äquivalent zu unserem heimischen Flussuferläufer. In Nordamerika ist diese Art ein durchaus häufiger Brutvogel, in Deutschland tritt die Art jedoch nur sehr selten als Irrgast auf - dieser Vogel ist erst der 13. Nachweis dieser Art für Deutschland und hält sich bereits seit über 2 Monaten an der Kieler Förde auf. 

Zu Beginn seines Aufenthaltes war er noch im Winterkleid, indem er sich kaum vom Flussuferläufer unterscheidet. Mittlerweile ist die Mauser ins Brutkleid aber stark fortgeschritten und die namensgebende, drosselähnliche Punktierung an Brust, Bauch und Flanken ist sichtbar. Hierdurch lässt er sich im Brutkleid auch einfach vom Flussuferläufer unterscheiden, der einen rein weißen Bauch- und Brustbereich aufweist.

Die Foto-Bedingungen dort waren leider alles andere als einfach - zuviel Sonne, viele große Steine der Uferbefestigung, die eine ganz tiefe Perspektive fast unmöglich machten und große Mengen unansehnlicher Algenpampe, die aber jede Menge Nahrung für den Vogel bereithielt. 

Wenigstens sorgte die Abendsonne noch für ein paar schöne Reflektionen auf der Wasseroberfläche, die mir dieses Foto ermöglichten:-)

Nach einer Corona-konformen dafür aber äußerst unbequemen Nacht im Auto konnte ich den Vogel dann doch noch bei sanftem Licht fotografieren, da die Morgensonne zumindest für eine Stunde noch von der erhöhten Uferböschung und Bäumen abgeschirmt wird. Um 8 Uhr wann dann allerdings das Licht schon wieder zu hart, sodass ich die Heimreise antreten konnte - glücklich ein paar Fotos dieser Rarität bekommen zu haben.

Mittelsäger auf der Kieler Förde
Mittelsäger auf der Kieler Förde

Ein paar Beifänge gab es natürlich auch noch. Diesen Mittelsäger habe ich noch kurz vor der Heimfahrt auf dem Weg zum Auto entdeckt.

Außerdem wuselte noch ein unverschämt entspannter Rotschenkel in Nähe des Drosseluferläufers umher und ein Zilpzalp flog immer wieder in die Algenpampe, um dort ein paar kleine Krebstierchen zu erbeuten.

Glanzlichter Wettbewerb 2021

Die Gewinner des diesjährigen Glanzlichter Fotowettbewerbs sind online veröffentlicht. Ich freue mich riesig, dass es mein Ostsee-Seehund unter die Highlights in der Kategorie Säugetiere geschafft hat:-))

Mein Dank gilt einem Dunkellaubsänger, der an diesem Tag sich nicht hat blicken lassen und meinem Kumpel Christian Lübke, der den Alternativ-Vorschlag machte dann zu den Seehunden zu fahren... DANKE!!!

Alle Siegerbilder können hier betrachtet werden.

Endlich ein richtiger Winter:-)

Kurz vor dem Schneesturm
Kurz vor dem Schneesturm

Zumindest für eine Woche hatten wir in Rostock nach langer Zeit mal wieder einen richtigen Winter mit Schneehöhen von ca. 20 cm und eisig kalten Temperaturen im zweistelligen Minusbereich - ein Traum für Naturfotografen.

Gefühlt ist es jetzt 10 Jahre her, dass wir für so lange Zeit solche Mengen an Schnee hatten. Und da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht fotografiert habe, bin ich jetzt erstmals in den Genuss gekommen Schnee- und Eis-Fotos umsetzen zu können.

Amsel im Schneegestöber
Amsel im Schneegestöber

Die Amsel ist ja in der Regel ein von Naturfotografen sehr vernachlässigter Vogel... aber im Schnee macht sie aufgrund des schönen Kontrastes ordentlich was her. Und besonders bei den Männchen setzen dann der kräftig orange Schnabel und Lidring noch einen tollen Farbakzent.

Ein weiterer Vorteil der Amsel ist, dass sie fast überall häufig und oft an Menschennähe gewöhnt ist. So konnte ich schnell auf einsetzenden Schneefall reagieren und die Amseln in der Nachbarschaft fotografieren.

Tauwetter verursacht Frühlingsgefühle
Tauwetter verursacht Frühlingsgefühle

Mittlerweile ist die weiße Pracht in Rostock fast wieder verschwunden und es herrschen deutliche Plusgrade. Was für den Naturfotografen schade ist, freut die Vögel umso mehr... kommen sie doch jetzt wieder deutlich leichter an Nahrung.

Die höheren Temperaturen sorgen auch gleich für Frühlingsgefühle bei den Piepmätzen und man hört plötzlich an jeder Ecke ihren Gesang. Auch diese Amsel ließ sich davon anstecken und zeigte schon ausgiebiges Balzverhalten.

Farben des Winters

Ostsee-Seehund
Ostsee-Seehund

Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen die Farben, die der Winter uns für die Fotografie anbietet, näher bringen. Gefühlt kommt es mir so vor als ob dieser Winter besonders viele graue Tage zu bieten hat. Doch das ist kein Grund nicht raus zu gehen. Gerade an bedeckten, grauen Tagen kann man die Tiere besonders gut vor einem eleganten, hellen Hintergrund präsentieren. Das funktioniert besonders gut bei Tieren auf dem Wasser oder indem man gegen den Himmel fotografiert. Einfach das Tier korrekt belichten bzw. leicht überbelichten und schon wird der Hintergrund weiß.

Sonnenaufgang über den Fischlandwiesen
Sonnenaufgang über den Fischlandwiesen

Wenn die Sonne sich dann doch mal zeigt, gibt es fantastische und sehr intensive Farben... besonders wenn zusätzlich Wolken am Himmel sind. Hier durfte ich einen traumhaften Sonnenaufgang in den Fischlandwiesen erleben. Es gab nur einen schmalen annähernd wolkenfreien Streifen am Horizont und leider gewann das Grau auch schnell wieder die Oberhand über diesen Tag.

Sonnenuntergang am Salzhaff
Sonnenuntergang am Salzhaff

Auch die seltenen Sonnenuntergänge bescheren uns im Winter besonders tolles Licht. Dann braucht man eigentlich nur noch etwas Wolken am Himmel und eine Wasserfläche in der sich die Farben spiegeln... dazu vielleicht noch ein kleines Landschaftsdetail und fertig ist das Foto.

Sanderlinge kurz nach Sonnenuntergang
Sanderlinge kurz nach Sonnenuntergang

Man sollte nach Sonnenuntergang nicht zu schnell die Fotoausrüstung einpacken. Hier wurden die Sanderlinge direkt nachdem die Sonne hinter einem Wald am Horizont verschwunden war in wundervolle zarte Farbtöne gehüllt. Kurz zuvor ließen die letzten Sonnenstrahlen sie noch golden erstrahlen (Foto s. unten).

In den Pilzen

Specht-Tintling (Sigma 180mm f2.8)
Specht-Tintling (Sigma 180mm f2.8)

Dieses Jahr im November habe ich mich erstmals fotografisch mit Pilzen beschäftigt und es hat mich riesig gefreut gleich so attraktive Arten wie den Specht-Tintling, Buchen-Schleimrübling und Samtfuß-Rübling zu entdecken:-)

Und da Pilze bekanntlich nicht wegrennen, hatte ich alle Zeit der Welt mich durch meine Objektivpalette zu probieren. Und so kamen das Sigma 180mm f2.8 Macro, das EF100-400mm f4.5-5.6L IS II und das EF300mm f2.8L IS II zum Einsatz. 

gleiche Situation wie oben (RF35mm f1.8 MACRO)
gleiche Situation wie oben (RF35mm f1.8 MACRO)

Extra für die Pilz-Fotografie hatte ich mir noch das RF 35mm f1.8 MACRO zugelegt, ein Objektiv von dem ich rundum begeistert bin. Denn gerade in der Pilz-Fotografie kann es sehr reizvoll sein die Umgebung mit einzubeziehen. Aufgrund der geringen Größe (vergleichbar mit dem 2fach TK) findet man immer einen Platz und die Abbildungsleistung ist hervorragend. Gerade für größere Pilze wie den Specht-Tintling benötigt man bei dieser Brennweite auch die Offenblende von f1.8 damit die Umgebung zwar gut zu erkennen ist, der Pilz aber nicht in zu deutlichen Strukturen unter geht.

gleicher Pilz wie oben einen Tag später (RF35mm f1.8 MACRO)
gleicher Pilz wie oben einen Tag später (RF35mm f1.8 MACRO)

A propos Zeit... für die Specht-Tintlinge hat man "nur" 2 Tage Zeit, um sie in ansehnlichem Zustand zu fotografieren, da sie sehr schnell "zerfließen". Dieses Foto ist einen Tag nach den beiden Aufnahmen oben entstanden - der Hut ist hier schon aufgewölbt. Einen Tag später stand nur noch ein weißer Stiel mit Resten vom Hut.

Buchen-Schleimrübling (RF35mm f1.8 MACRO)
Buchen-Schleimrübling (RF35mm f1.8 MACRO)

Der Buchen-Schleimrübling ist eher unter Fotografen wegen seiner schönen Lamellenstruktur bekannt, als unter Pilzessern. Er ist zwar essbar, soll aber relativ geschmacklos sein.

Um die schöne Lamellenstruktur sichtbar zu machen, bietet sich der Einsatz einer Taschenlampe an. Für diese Aufnahme wurde der Pilz von oben "durchleuchtet".

Samtfuß-Rübling (EF100-400mm f4.5-5.6L)
Samtfuß-Rübling (EF100-400mm f4.5-5.6L)

Der Samtfuß-Rübling oder Winter-Rübling ist ein Winterpilz, der erst nach dem ersten Frost wächst und so hat ein Foto-Kumpel dieses Prachtexemplar auch erst Ende November auf einer gemeinsamen Tour entdeckt - ich wäre schnurstracks an ihm vorbei gelaufen. Er soll ein schmackhafter Speisepilz sein - trotzdem habe ich darauf verzichtet ihn zu ernten.

Da sich dieser Pilz einen recht hoch gelegenen Wuchsort ausgesucht hatte, habe ich hier das 100-400mm Objektiv benutzt. Mit dem 180er Makro wäre die Entfernung beim Arbeiten vom Stativ zu groß gewesen.

 

Auf meinen Pilz-Touren sind noch Bilder von weiteren Arten wie Helmlingen, Korallenpilz und dem beringten Flämmling entstanden. Diese finden Sie in der Gallerie weiter unten. Ich wünsche viel Spaß beim Betrachten!

Rückblick Watvogel-Saison 2020

Sanderling
Sanderling

Mittlerweile haben wir Anfang November und die meisten Watvögel haben die Mecklenburgische Ostseeküste in Richtung Winterquartier verlassen - Zeit die diesjährige Watvogel-Saison Revue passieren zu lassen. 

Auffallend war, dass bereits Ende August für hiesige Verhältnisse ungewöhnlich viele diesjährige Sanderlinge unterwegs waren und so waren diese flinken Flitzer auch die ersten Vögel die ich fotografieren konnte. Alpenstrandläufer trafen dagegen erst gegen Mitte September in größerer Zahl ein. Sichelstrandläufer konnte ich in meinen Foto-Gebieten nur 2 beobachten und Zwergstrandläufer fehlten komplett.

Pfuhlschnepfe mit erbeutetem Sandfloh
Pfuhlschnepfe mit erbeutetem Sandfloh

Dagegen hielten sich von Anfang September bis Mitte Oktober fast permanent 2 bis 3 kooperative Pfuhlschnepfen in einem meiner Gebiete auf. Sie stocherten im losen Sand hauptsächlich nach Sandflöhen. Diese haben sich dort dieses Jahr sehr stark vermehrt. Aufgefallen ist mir das als ich eines abends erst im Dunkeln den Rückweg angetreten habe. Im Schein der Taschenlampe konnte ich Massen von Ihnen auf dem Strand beobachten. Anscheinend verlassen sie erst im Dunkeln die schützenden tieferen Sandschichten.

Sonnenuntergang mit Kiebitzregenpfeifer
Sonnenuntergang mit Kiebitzregenpfeifer

Ab der letzten September-Dekade bis Mitte Oktober waren verhältnismäßig viele Kiebitzregenpfeifer in meinen Foto-Gebieten unterwegs. In so großer Anzahl (teilweise mehr als 20 Vögel) habe ich sie dort bisher noch nicht beobachten können. Es waren erfreulicherweise auch immer wieder kooperative Vögel dabei, die mich so nah heran ließen, dass ich Aufnahmen mit dem Standardzoom (24-70mm) machen konnte. Das hatte ich bei Vögeln dieser Art so bisher noch nicht erlebt und so gelangen mir während dieser Watvogel-Saison deutlich mehr gute Fotos vom Kiebitzregenpfeifer als in all den Jahren zuvor.

Meerstrandläufer in Warnemünde
Meerstrandläufer in Warnemünde

Mitte Oktober wehte uns dann ein Sturm aus nördlicher Richtung die ersten Meerstrandläufer an die Ostseeküste. Bis zu 5 dieser Vögel konnten in Warnemünde beobachtet werden. Zu dieser Zeit streifen die Meerstrandläufer aber noch umher und so haben sie uns nach ein paar Tagen wieder verlassen. Ich bin gespannt ob auch diesen Winter wieder einiger dieser Vögel ihr Winterquartier in Warnemünde aufschlagen werden.

Thorshühnchen
Thorshühnchen

Den krönenden Abschluss der Watvogel-Saison 2020 bildete dann Anfang November ein Thorshühnchen, das sich für einen Tag bei Kühlungsborn aufhielt. Diese kleinen Hektiker sind äußerst selten an der mecklenburgischen Ostseeküste und dieser Vogel war meine Erstbeobachtung der Art:-) Mein Dank gilt dem Entdecker Roland Neumann!!!

Sanftes Licht und leichte Wellen sorgten zudem für optimale Bedingungen, um das Thorshühnchen auf ästhetischen Fotos zu verewigen:-)

 

Mordor;-)
Mordor;-)

Während meiner vielen Strand-Touren in den letzten Wochen ergaben sich immer wieder wunderbare Lichtstimmungen für die ich dann hin und wieder die Watvögel links liegen gelassen habe;-)

Herbst auf dem Darß

Nordstrand Prerow
Nordstrand Prerow

Spätestens wenn der Limikolen-Zug im September den Höhepunkt erreicht, ist der Darß immer wieder ein lohnendes Ziel. Diese Jahr habe ich es für 2 Tagestouren Ende August und Mitte September zum Nordstrand nach Prerow geschafft. Ende September, wenn zusätzlich zum Watvogel-Zug noch die Hirschbrunft stattfindet, hatte ich mich dann für eine Woche in Prerow einquartiert. Gefühlt waren - wohl Corona sei Dank - deutlich mehr Menschen dort unterwegs als in den letzten Jahren und menschenleere Strände gab es nur nach kräftigen Regenschauern...

Adulter Alpenstrandläufer mit Resten vom Brutkleid
Adulter Alpenstrandläufer mit Resten vom Brutkleid

Gerade bei der Watvogel-Fotografie sind die Menschenmassen doch hinderlich - zum Einen weil die Vögel durch die Spaziergänger immer wieder aufgescheucht werden, zum Anderen muss man mehr Fragen zu den Vögeln beantworten als dass man zum  Fotografieren kommt... mein Favorit bisher:

 

"Sind das Baby-Möwen?";-)

Prachttaucher
Prachttaucher

An Limikolen konnte ich am Nordstrand Steinwälzer, Alpenstrandläufer, Sanderling, Knutt und Pfuhlschnepfe fotografieren.

Das absolute Highlight bei meinen Nordstrand-Besuchen war aber ein Prachttaucher der sich im schönsten Abendlicht nur wenige Meter vom Strand entfernt in fototauglicher Entfernung aufhielt:-)

 

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der Limikolen und Prachttaucherbilder die am Nordstrand Prerow entstanden sind:

Ein Wildschwein im Nothafen
Ein Wildschwein im Nothafen

Gleich am ersten Abend meiner Prerow-Woche hatte ich viel "Schwein" denn selbiges hielt sich kurz nach Sonnenuntergang auf einer Sandbank im Nothafen auf und die letzten Himmelsfarben spiegelten sich im Wasser.

Auf dem Rückweg zur Unterkunft bot sich mir dann auf einer Wiese noch eine schöne Stimmung mit Mond, Nebel und Pferden:-)

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Vor den Toren von Rostock

Vor den Toren von Rostock haben wir sogar ein paar "Berge". Die meisten von Ihnen werden für die bis zu 70 Höhenmeter wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln übrig haben... für einen echten Norddeutschen ist das aber schon verdammt hoch;-)

Und immerhin gab es hier zu DDR-Zeiten den nördlichsten Ski-Lift Ostdeutschlands.

Hier gibt es auf engem Raum sehr unterschiedliche Standortbedingungen wie z.B. Trockenrasen und Feuchtwiesen, die dieses Gebiet sehr wertvoll für Flora und Fauna machen.

Und zumindest hier kann man in Mecklenburg noch ein paar Schmetterlinge finden, wobei die Individuen-Zahlen für mittel- und süddeutsche Verhältnisse lächerlich gering sein dürften.

Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)
Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)

Zu den häufigsten Schmetterlingen gehört dort das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus).

Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)
Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

An Bläulingen konnte ich hier bisher nur den Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) und den Kleinen Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) finden.

Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)
Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)

Die Feuerfalter gehören taxonomisch auch zu den Bläulingen. Aus dieser Familie kommt vor allem der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) vor. Mit etwas Glück kann man aber auch den Braunen Feuerfalter (Lycaena tytirus) entdecken.

Kleines Wiesenvögelchen im Gegenlicht
Kleines Wiesenvögelchen im Gegenlicht

Das Kleine Wiesenvögelchen macht besonders im abendlichen Gegenlicht ein sehr gute Figur und die orangen Vorderflügel werden schön durchleuchtet.

Weitere Schmetterlingsarten, die ich hier schon beobachten konnte, sind das Große Ochsenauge (Maniola jurtina), ein Schwalbenschwanz (Papilio machaon), ein Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), einen Blutbär (Tyria jacobaeae) sowie diverse Weißlinge, Admirale, C-Falter und Kleine Füchse.

Auch für die Landschaftsfotografie bieten sich hier schöne Abendstimmungen. Und wenn man nicht gerade mit Fotografieren beschäftigt ist, lässt sich der Sonnenuntergang natürlich auch bei einem schönen Picknick genießen...

Fernsehbeitrag für BINGO! - Die Umweltlotterie

Kürzlich konnte ich erste Fernseh-Erfahrung sammeln. In dem Beitrag "Naturfotograf in Zeiten von Corona" begleite ich das Bingo-Team auf einem Strandspaziergang zu Sandregenpfeifer und Uferschwalbe. Der Beitrag wurde in der Sendung vom 07.06. gezeigt und kann noch bis zum 14.06.2020 17 Uhr in der NDR Mediathek angeschaut werden. Der Beitrag beginnt bei 48:15 Minuten. 

Kindergarten im Schnepfen-Moor

Graugansfamilie
Graugansfamilie

Mitte Mai habe ich die Lockerung der Corona-Maßnahmen ausgenutzt und bin für 3 Tage ins Schnepfen-Moor nach Niedersachsen gereist. Für Mai war es morgens noch sehr kalt - ich musste sogar Eis von der Windschutzscheibe kratzen. Dafür gab es schöne Nebelstimmungen:-)

Zu dieser Zeit waren sehr viele Jungvögel unterwegs. Bei den Graugänsen gab es Nachwuchs in allen Altersstufen von frisch geschlüpft bis schon fast ausgewachsen.

junge Uferschnepfe
junge Uferschnepfe

Bei den Uferschnepfen konnte ich 2 Paare entdecken die Jungvögel führten. Die Kleinen im relativ hohen Gras zu entdecken und dann noch ein halbwegs brauchbares Foto zu machen war dann eine Herausforderung.

Bei diesem Foto hatte ich Glück, dass sich der Jungvogel für kurze Zeit in einem Bereich mit niedrigem Bewuchs aufhielt.

Familie Kiebitz
Familie Kiebitz

Eine Kiebitzfamilie mit 3 erst wenige Tage alten Jungen hielt sich an einer der wenigen verbliebenen Wasserflächen auf. Eigentlich kenne ich die Kiebitze im Schnepfen-Moor als relativ scheu. Umso mehr überraschte es mich, dass die Altvögel mich gar nicht beachteten - einer zeigte nur 5 Meter vor mir ausgiebiges Komfortverhalten.

Ihre Aufmerksamkeit galt der Blässralle, die ebenfalls noch sehr kleine Junge führte. Beide Eltern behakten sich des öfteren, um die jeweils eigenen Jungen zu schützen - bei diesen Kämpfen war ich mit 600mm Brennweite leider nur Zuschauer.

Großer Brachvogel beim Hudern der Jungen
Großer Brachvogel beim Hudern der Jungen

Dieser Aufenthalt im Schnepfen-Moor hat mir die ersten vorzeigbaren Fotos vom Großen Brachvogel beschert, worüber ich mich sehr gefreut habe:-)

Hier sieht man einen Altvogel beim Hudern der Jungen. Die Kleinen konnte ich auf die Entfernung nur durchs Fernglas schemenhaft durchs hohe Gras huschen sehen. 

Aber schön zu sehen, dass diese charismatische Art dort noch Nachwuchs großzieht. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Große Brachvogel als Brutvogel mittlerweile sehr selten geworden.

Rotschenkel wirft Ballast ab;-)
Rotschenkel wirft Ballast ab;-)

Rotschenkel erwische ich im Schnepfen-Moor regelmäßig dabei wie sie sich von unnötigem Ballast erleichtern. Gelang mir letztes Jahr dort ein Foto mit Speiballen, kam dieses Mal der unverdauliche Rest aus einer anderen Körperöffnung... aber immerhin als perfekt geformte Kugel.

Reh
Reh

An einer Stelle hielt sich regelmäßig ein Reh auf von dem mir auch ein paar Fotos gelangen. Erst am letzten Tag entdeckte ich, dass sie ein Kitz hatte. Beide sprangen mittags voller Lebensfreude über die Wiese als ich auf einem Erkundungsgang war - natürlich ohne Kamera;-)

Uferschnepfe im Gegenlicht
Uferschnepfe im Gegenlicht

Abends gelang mir dann noch eine stimmungsvolle Gegenlichtaufnahme von einer Uferschnepfe, die sich nach einem ausgiebigen Bad das Wasser aus dem Gefieder schüttelt.

Laichzeit

Erdkröte (Bufo bufo)
Erdkröte (Bufo bufo)

Während die Moorfrösche schon vor 2 Wochen ihre Laich-Orgie gefeiert haben - leider an einer nicht zugänglichen Stelle - haben sich die Erdkröten bis letzte Woche Zeit gelassen. Dann  haben sie das wärmere Wetter genutzt und sind in Scharen zu den Laichgewässern gewandert. Mittlerweile haben sie ihr Laichgeschäft so gut wie beendet und die ersten schleppen sich völlig erschöpft wieder zurück in die terrestrischen Lebensräume.

Grasfrosch-Liebe (Rana temporaria)
Grasfrosch-Liebe (Rana temporaria)

Die Grasfrösche haben sich sogar noch ein paar Tage länger Zeit gelassen. Dafür ging es dann am Ostersonntag mächtig zur Sache... bleibt zu hoffen, dass in ein paar Wochen viele junge Grasfrösche und Erdkröten das Laichgewässer verlassen werden.