Frühe Wintergäste in MV

Nordische Wasseramsel (Cinclus cinclus ssp. cinclus)
Nordische Wasseramsel (Cinclus cinclus ssp. cinclus)

Jedes Jahr überwintern einige Wasseramseln aus Skandinavien (überwiegend aus Norwegen und Schweden) in MV wobei die ersten Vögel meistens erst ab der 2. Novemberhälfte eintreffen und das Maximum überwinternder Wasseramseln erst im Januar erreicht wird. Dieses Jahr allerdings wurde bereits in der letzen Oktober-Dekade ein Einflug in Norddeutschland registriert. Bis heute sind allein in MV mindestens 10 Vögel beobachtet worden. Dazu kommen 4 in SH - davon eine sogar auf Helgoland - und eine in BB. Ich konnte bisher 3 verschiedene Individuen im Raum Güstrow beobachten. Der hier gezeigte Vogel wurde in einem vorangegangenen Herbst/Winter in Brandenburg beringt (genaue Daten liegen mir noch nicht vor). Dazu kommt ein beringtes vorjähriges Männchen, das sich momentan im gleichen Gebiet aufhält wie letzten Winter und ein unberingter Vogel.

diesjähriger Meerstrandläufer
diesjähriger Meerstrandläufer

Vom Meerstrandläufer überwintern in MV nur einzelne Exemplare und alljährliche Nachweise weniger Individuen gibt es lediglich in Warnemünde meistens erst ab Ende November. Doch dieses Jahr tauchten die ersten Vögel bereits in der ersten Oktoberhälfte in MV auf und bis jetzt wurden ca. 8 Vögel beobachtet. Seit über einer Woche halten sich auch zwei diesjährige Meerstrandläufer in Warnemünde auf. Einer der beiden ist auf dem Foto bei der Gefiederpflege zu sehen.

Wenn zwei sich streiten...

...freut sich die dritte Pfuhlschnepfe:-D
...freut sich die dritte Pfuhlschnepfe:-D

Black and white

Sanderling
Sanderling

Durch gezielte Unter- bzw. Überbelichtung lassen sich interessante Effekte erzielen. Voraussetzung dafür ist, dass Hauptmotiv und Hintergrund einen hohen Kontrast bilden. Hier hockte beispielsweise der überwiegend helle Sanderling mitten in dunkler unschöner Algenpampe. Durch die Unterbelichtung löst sich der unschöne Hintergrund fast komplett in schwarz auf. Nur leichte Strukturen sind noch zu erkennen, die in diesem Fall den Schnabel des Sanderlings noch betonen... es würde schließlich merkwürdig aussehen, wenn sich auch der Schnabel im schwarz des Hintergrunds auflösen würde.

Alpenstrandläufer
Alpenstrandläufer

Dieser Alpenstrandläufer stand bei trübem Wetter in einer Pfütze auf hellem Strandsand. Durch leichte Überbelichtung löst sich der Hintergrund fast komplett in weiß auf. Nur die Spiegelung des Vogels sowie leichte Wasserbewegungen um den Vogel bleiben erkennbar. Diese Effekte lassen sich auch nachträglich am Rechner erzeugen. Das nachträgliche Abdunkeln ist meistens problemlos möglich. Die Überbelichtung dagegen sollte möglichst schon direkt bei der Aufnahme geschehen, da man sich durch nachträgliches Aufhellen schnell unschönes Bildrauschen einfängt.

Knutts (Calidris canutus) auf Nahrungspirsch

Knutt-Trupp auf Nahrungspirsch
Knutt-Trupp auf Nahrungspirsch

Für diese Limikolensaison stehen auf meiner Wunschliste ausdrucksstarke Fotos, die mehrere Vögel zeigen und stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen. Gestern Abend entdeckte ich einen Trupp aus 4 Knutts, die systematisch den kiesigen Spülsaum nach Nahrung absuchten. Von diesen wuseligen Gesellen ein Bild hinzubekommen, das mehrere Vögel in ansprechender Pose zeigt ist fast unmöglich und es gehört eine große Portion Zufall und Glück dazu. So bin ich über diese Aufnahme, die zwei weitere Vögel unscharf und versetzt im Hintergrund zeigt sehr glücklich.

Leckerbissen
Leckerbissen

Die bevorzugte Nahrung von Knutts sind kleine Muscheln, die sie im Ganzen schlucken und anschließend mit ihrem Muskelmagen knacken.

Einer der Vögel entdeckte eine kleine Muschel mit eingeklemmten Algen, die anscheinend eine große Anziehungskraft auf ihn ausübte.

Futterneid
Futterneid

Auch seinem Kollegen entging diese attraktive Muschel nicht und mit gierigem Blick lauerte er auf eine Gelegenheit die Beute zu stibitzen.

Doch im Endeffekt bekam der Finder die ihm gebührende Belohnung in Form eines ordentlichen Proteincocktails.

Der Tag geht zu Ende
Der Tag geht zu Ende

Am Ende gab es genügend Muscheln für alle um Kraft für die weitere Reise zu tanken und die Knutts konnten entspannt den Tag ausklingen lassen.

Vogelzug am Nordstrand Prerow

Alpenstrandläufer im Prachtkleid
Alpenstrandläufer im Prachtkleid

Seit etwa 2 Wochen werden größere Limikolen-Ansammlungen in MV gemeldet. Ein sicheres Zeichen, dass der Zug meiner Lieblingsvögel in die Winterquatiere begonnen hat. Und so ging es heute nach Prerow, um den Nordstrand nach den kleinen Strandflitzern abzusuchen. Dort suchten dann auch ca. 55 Alpenstrandläufer, 1 Sandregenpfeifer und ein Flussuferläufer emsig nach Nahrung. Auf dem Rückweg überflog mich dann noch lautstark ein Trupp von ca. 15 Regenbrachvögeln.

junge Zwergseeschwalbe
junge Zwergseeschwalbe

Auch Seeschwalben waren zahlreich im Bereich des Nothafens vertreten. Zwergseeschwalben waren mindestens 4 anwesend und der Nachwuchs trieb die Eltern permanent an, Nahrung in Form von kleinen Fischen heran zu schaffen. Desweiteren waren 8 Brandseeschwalben, 6 adulte Küstenseeschwalben und eine adulte Flussseeschwalbe anwesend.

Flussseeschwalbe verschafft sich Ruhe
Flussseeschwalbe verschafft sich Ruhe

Kaum war die Flussseeschwalbe auf einer Sandbank zur Rast gelandet, folgten ihre einige lautstark krakeelende Lachmöwen. Nach einiger Zeit bediente sie sich sichtlich genervt einer Scheinattacke, um für Ruhe zu sorgen. Bei der Masse an vorhandenen Lachmöwen währte diese allerdings nur kurz.

Vorsicht - Gefährdete Strandflitzer!

brütendes Männchen
brütendes Männchen

Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der Sandregenpfeifer im Landkreis Rostock. Ich konnte an verschiedenen Strandabschnitten insgesamt 3 Brut- und 3 Revierpaare ausmachen. Ein Brutpaar an einem von Spaziergängern stark frequentierten Strandabschnitt zeigte kaum Scheu Menschen gegenüber und eignete sich daher, um das Brutgeschehen fotografisch zu dokumentieren. Die positive Stellungnahme der zuständigen Naturschutzbehörde liegt mir für dieses Fotoprojekt vor.

Männchen im Bruthabitat
Männchen im Bruthabitat

Das Männchen war nach kurzer Zeit so zutraulich, dass selbst Aufnahmen mit kurzer Brennweite unter Einbeziehung des Lebensraums möglich waren. Saß das Weibchen auf dem Gelege und ich lag in wenigen Metern Entfernung, kam das Männchen auf mich zu und setzte sich in 20cm Entfernung neben mich hin... ein wundervolles Erlebnis.

brütendes Weibchen im Sandsturm
brütendes Weibchen im Sandsturm

Nun heißt Brüten natürlich nicht nur das schöne Wetter am Strand zu genießen, sondern ist harte Arbeit. Und so mussten die Sandregenpfeifer so manchem sommerlichen Unwetter trotzen. Auf dem Foto schützt das Weibchen das Gelege vor einem heftigen Sandsturm (ich kam mir ordentlich gesandstrahlt vor) und um selbst möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, presst es sich flach auf den Boden.

Das Männchen hudert 2 Pulli
Das Männchen hudert 2 Pulli

Etwa 3 Wochen später fand ich den Brutplatz verlassen vor. Ich hatte schon die Befürchtung auch dieses Gelege wäre verloren gegangen, wie leider so viele an unseren belebten Strandabschnitten. Doch ca. 200m weiter entdeckte ich plötzlich den männlichen Altvogel, der 2 Pulli huderte. Meine Freude war riesig und ich bin dankbar für die Zeit, die mir die kleine Familie Einblick in ihren Alltag gewährte.

Erstes Flugtraining
Erstes Flugtraining

...und der bedeutete Stress pur für die Eltern. Auch wenn sich die Kleinen von Beginn an selbst um ihre Nahrung kümmern, hatten die Eltern jede Menge damit zu tun, die kleine Familie zusammenzuhalten. Natürlich musste auch dafür gesorgt werden, dass der Nachwuchs zeitig mit dem Flugtraining beginnt und so gab es die ersten Übungseinheiten, während Papa die Umgebung sicherte.

Kleine Rabauken
Kleine Rabauken

Doch kaum war die Pflicht erfüllt, gingen die kleinen auf Entdeckungsreise und machten den Strand unsicher auf der Suche nach Fressbarem. Natürlich nicht ohne sich gegenseitig zu jagen und zu piesacken... Geschwister eben.

Zupf. zupf... lass mich ins Warme Papa.
Zupf. zupf... lass mich ins Warme Papa.

Aufgrund der nicht gerade sommerlichen Temperaturen, wurde den Kleinen trotz Rumtoben von Zeit zu Zeit kalt und sie klopften nicht gerade sanft bei Mama oder Papa an, um aufgewärmt zu werden.

Auf zu neuen Schandtaten
Auf zu neuen Schandtaten

Doch kaum hatten sie sich 2 Minuten gewärmt, siegten Spieltrieb und Neugierde und es ging wieder auf die Pirsch... bereit zu neuen Schandtaten.

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Wo Unken unken

Im aktuellen Naturgucker-Magazin (Ausgabe 31, Juli/August 2017) stelle ich die Hütter Klosterteiche vor - ein Paradies für Amphibien und Libellen im Landkreis Rostock. Das Naturgucker-Magazin gibt es in Bahnhofsbuchhandlungen oder hier. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Die Drei vom Teich (HRO/MV)

Rothalstaucher
Rothalstaucher

Der Monat März ist ein guter Monat, um dem Rostocker Mühlenteich den ein oder anderen fotografischen Besuch abzustatten. Das vorjährige, vertrocknete Schilf sorgt für einen wunderbaren, farblich harmonischen Hintergrund, der die Protagonisten hervorragend zur Geltung bringt. Besonders zu den Rothalstauchern passt der bräunliche Farbton. Diese halten sich bereits seit einigen Wochen auf dem Mühlenteich auf und ein Paar baut bereits am Nest. Ein weiteres Paar balzt lautstark und ein einsamer Single versucht hin und wieder eine der Damen doch noch für sich zu gewinnen... bisher allerdings erfolglos.

Kontrahenten (Blässhühner)
Kontrahenten (Blässhühner)

Die Blässhühner stecken zu dieser Zeit ihre Reviere ab. Hormongeschwängert und auf Krawall gebürstet patrouillieren sie über den Teich und nicht gerade selten fliegen die Fetzen. Eine wahre Freude für den Beobachter und Fotografen.

Teichhuhn
Teichhuhn

Auch das Teichhuhn kommt durch den bräunlichen Hintergrund besonders gut zur Geltung. Im Gegensatz zu den beiden anderen Arten verhält es sich sehr heimlich und ist am Mühlenteich sehr scheu... ungewöhnlich für einen Parkteich. Kennt man seine bevorzugten Schwimmstrecken, kommt man mit einem unauffälligen Ansitz aber auch zu seinen Bildern.

Winter im Hafen von Warnemünde (MV)

Strandpieper
Strandpieper

Nach dem fotografisch sehr ergiebigen Vogelzug im Herbst, muss man sich als Naturfotograf erst wieder daran gewöhnen, seine Motive im Winter mühsam zu suchen. Lohnende Ziele im Winter sind Hafenanlagen und so zählt der Hafen in Warnemünde zu meinen bevorzugten Zielen in der kalten Jahreszeit. Eine sichere Bank sind dort die Strandpieper und es gibt kaum einen Tag, an dem man diese Vögel dort nicht beobachten kann. Am Sonntag zeigte sich einer von ihnen kooperativ und ließ sich von mir ablichten.

Trauerente
Trauerente

Eine schöne Überraschung war diese Trauerente. Normalerweise rasten diese nordischen Enten in größerer Zahl weit draußen auf der Ostsee und man bekommt sie nur mit dem Fernglas oder Spektiv zu Gesicht. Einzelne Exemplare kann man mit Glück aber auch in den Hafenanlagen finden. Dieser Vogel war möglicherweise krank, da er keinen Fluchtreflex zeigte. Einen Tag später war er laut Augenzeuge aber noch am Leben.

Meerstrandläufer
Meerstrandläufer

Die Art, die mich immer wieder in den Hafen von Warnemünde treibt, ist der Meerstrandläufer. Da diese Art sich dort nicht ständig aufhält, benötigt man meistens mehrere Anläufe, um sie endlich vor die Linse zu bekommen. Nachdem ich zunächst vergeblich Ost- und Westmole abgesucht hatte, entdeckte ich letztendlich doch noch einen 3er Trupp auf der Mittelmole... und der Tag war gerettet:-)

Mink
Mink

Der Mink gehört zu den eher unerwünschten Neozoen, verdrängt er doch den Europäischen Nerz und plündert das ein oder andere Vogelgelege. Auch im Hafen von Warnemünde vermehren sich diese Tiere prächtig. Am besten lassen sich diese Tiere im Bereich des Yachthafens "Hohe Düne" und der Ostmole in den Morgen- und Abendstunden beobachten. Ihren Bau haben sie irgendwo unter den Molensteinen.

Nordische Wasseramsel in Güstrow (MV)

Nordische Wasseramsel (Cinclus cinclus ssp. cinclus)
Nordische Wasseramsel (Cinclus cinclus ssp. cinclus)

Wasseramseln fehlen in MV leider als Brutvogel,. Möglicherweise weil wilde Bäche mit sehr guter Wasserqualität eher selten sind. Und so hoffen wir jeden Winter darauf, dass uns ein paar Vögel der nordischen Unterart (C. C. ssp. cinclus) beehren. Da man in MV Gebirgsbachcharakter am ehesten an Fischtreppen findet, gilt es zunächst diese abzusuchen. Gefunden habe ich die Wasseramsel dann allerdings am vermüllten Güstrower Stadtgraben. Als Lieblingsplatz hatte sie sich eine Plastiktüte ausgesucht, machte aber nach einiger Zeit des Wartens zum Glück noch zwei Schritte zur Seite, so dass mir noch ein idyllisches Foto ohne Müll gelang.

Herbst-Gäste im Landkreis Rostock

männliche Spießente
männliche Spießente

Der Oktober hatte bis jetzt in MV fast nur grau zu bieten, doch das lange Wochenende - in MV ist der 31.10. Feiertag - fing mit viel Sonne an. Und so ging es am Sa zum Darßer Ort. Doch außer Unmengen an Algen, Seegras und Muscheln, die bei der Sturmflut vor 3 Wochen angespült wurden und mittlerweile eine widerlich stinkende Masse bildeten, gab es lediglich eine Kornweihe außerhalb der Kamerareichweite zu bewundern. Auf dem Rückweg habe ich noch in Rostock - Hohe Düne halt gemacht. Und zwischen ca. 70 Stockenten, die sich an den angespülten Algen labten, konnte ich noch eine weibliche Krickente sowie eine männliche Spießente entdecken. Diese Art bekommt man nicht jeden Tag vor die Linse - also hieß es rein in die Regenklamotten und in der Algenpampe baden... was tut man nicht alles für gute Bilder:-)

Schneeammer beim Nahrungserwerb
Schneeammer beim Nahrungserwerb

So gut wie das Wochenende angefangen hatte, ging es am Sonntag auch weiter - nicht nur was das Wetter anging, sondern auch ornithologisch. Am Strand im NSG Riedensee hüpfte mir eine Schneeammer vor die Linse. Diese nordischen Brutvögel kommen lediglich im Winterhalbjahr nach Deutschland und man kann sie am ehesten an der Nordseeküste und auf Helgoland antreffen. An der Ostseeküste sind sie dagegen deutlich seltener und umso größer war meine Freude, dass mir auch ein paar Fotos dieses hübschen Vogels vergönnt waren.

Seidenschwanz
Seidenschwanz

Das ornithologische Highlight aber hatte der Montag zu bieten. In der Nähe von Warnemünde hielt sich ein Trupp von ca. 40 Seidenschwänzen auf. Leider spielten Wetter und auch die Vögel nicht richtig mit, so dass mir nur dieses eine Foto gelang. 

Der Seidenschwanz brütet in Europa nur im nördlichen Skandinavien. In manchen Jahren - wahrscheinlich wenn ihre Hauptnahrung Beeren (v.a. Ebereschen) - im Norden knapp werden, wandern größere Schwärme dieses attraktiven Vogels in Mitteleuropa ein. 

In den letzten Tagen wurden schon deutlich mehr Seidenschwänze in MV gesichtet als im Letzten Winter - vielleicht gibt es ja einen guten Seidenschwanz-Winter?

Neue Kurzgeschichte - Das große Fressen

Fressorgie
Fressorgie

In "Das große Fressen" wird deutlich, dass sinnlose, leicht widerliche Fress-Wettbewerbe nicht nur von der Art Homo sapiens veranstaltet werden. Zur Geschichte geht's hier.

3-Gang-Menü: Ente, Wild und zum Nachtisch gab es...

männliche Pfeifente im Schlichtkleid
männliche Pfeifente im Schlichtkleid

Als fotografische Vorspeise hatte das lange Wochenende Geflügel zu bieten, denn mittlerweile hat auch der Enten-Zug in MV eingesetzt und die ersten größeren Trupps Pfeifenten sind anwesend, ebenso wie Krick- und Spießenten. Normalerweise haben diese Wildenten eine hohe Fluchtdistanz. Interessanterweise passen aber Einzeltiere in einem Trupp Stockenten häufig ihr Fluchtverhalten diesen an. So eine Chance bot sich mir an einem Strandabschnitt nahe Kühlungsborn. Unter etwa 30 Stockenten entdeckte ich ein Pfeifenten-Pärchen, dass meine Annäherung auf wenige Meter tolerierte.

weibliche Krickente
weibliche Krickente

Und während ich eine gefühlte Ewigkeit dort lag und darauf wartete, dass die Stockenten endlich den Blick auf die Pfeifente freigeben, schwamm auch noch eine weibliche Krickente durch das Bild. Diese war mir beim anfänglichen Durchmustern des Ententrupps doch glatt entgangen. Allerdings hätte ich mit dieser Art auch nicht in der Brandungszone der stürmischen Ostsee gerechnet, bevorzugen sie doch eigentlich ruhiges Flachwasser und Schlickflächen.

Rotwild am Darßer Ort
Rotwild am Darßer Ort

Den Hauptgang bildete dann das Rotwild am Darßer Ort. Leider war am Samstag und Sonntag Licht Mangelware, so dass die fotografische Ausbeute sehr mager war. Als gegen Abend noch kurz die Sonne hervor kam, gelangen mir aber doch noch ein paar brauchbare Bilder. Trotzdem ist die Rotwildbrunft in den Dünen am Darßer Ort immer wieder ein beeindruckendes Schauspiel.

Limi-Massenauflauf am Nordstrand Prerow
Limi-Massenauflauf am Nordstrand Prerow

Das Beste hebt man sich ja immer bis zum Schluss auf und so bestand mein Nachtisch natürlich aus Limikolen-Fotografie. Am Nordstrand Prerow wurden auch dieses Jahr wieder Unmengen von brauner Algenpampe angespült - und die Limis lieben sie. So hatten sich dann etwa 500 von ihnen zu dem kulinarischen Fest versammelt. Die Masse machten vor allem Alpenstrandläufer, Sanderlinge und Sandregenpfeifer. Es gab aber auch Pfuhlschnepfen (26), Steinwälzer (10), Knutt (1), Kampfläufer (2), Sichelstrandläufer (2), Austernfischer (2), Kiebitzregenpfeifer (1).

Zwergstrandläufer auf Algenpampe
Zwergstrandläufer auf Algenpampe

...und als mein Highlight einen Zwergstrandläufer. Doch es gelang mir wieder nicht ein paar formatfüllende Aufnahmen zu machen. Er hielt sich in einem Trupp mit 300 anderen Limikolen auf, so dass es extrem schwierig war ihn ausfindig zu machen. Hatte man ihn nach einer gefühlten Ewigkeit endlich entdeckt, kam natürlich ein Spaziergänger vorbei und der ganze Trupp wirbelte durcheinander. Das Spiel habe ich etwa eine Stunde mitgemacht, dann habe ich aufgegeben.

Rotwild-Brunft am Darßer Ort (NVP/MV)

Rorhirsch mit Kahlwild
Rorhirsch mit Kahlwild

Ende September ist die Rotwild-Brunft am Darßer Ort in vollem Gang... für die Platzhirsche eine extrem aufreibende und zehrende Zeit und für mich die Gelegenheit hier über eine andere Tiergruppe als die üblichen Limikolen zu schreiben - auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist, die ca. 400 Limis am Nothafen Prerow links liegen zu lassen;-)

Mit meinen maximal 600mm Brennweite bin ich für richtig gute Fotos jedoch zu weit weg vom Geschehen und so handelt es sich bei diesen Fotos nur um starke Ausschnitte.

Kahlwild im Abendlicht
Kahlwild im Abendlicht

Da der Darßer Ort in der Kernzone des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft liegt, kennen die Tiere keinen Jagddruck und man kann das Brunftgeschehen wunderbar in der offenen Dünenlandschaft beobachten. Ein Fernglas ist allerdings empfehlenswert, da sich die Kabbeleien der Hirsche meistens in größerer Entfernung abspielen. Mit etwas Geduld kann man aber durchaus das Glück haben, dass die Tiere sich soweit nähern, dass Fotos möglich sind... wobei ordentlich Brennweite sehr hilfreich ist.

Kurioses aus der Limikolenwelt

Erstmal die Zutatenliste studieren (diesjähriger Kiebitzregenpfeifer)
Erstmal die Zutatenliste studieren (diesjähriger Kiebitzregenpfeifer)

Dieses Jahr ist die Limikolensaison an der Ostseeküste fotografisch unglaublich ergiebig und ich komme kaum nach alle Bilder zu sichten. Letztes Wochenende konnte ich dann auch erstmals einen Kiebitzregenpfeifer formatfüllend ablichten.

Er schien die Wurmdiät satt zu haben und interessierte sich ausgiebig für diese Packung Vanilleeis mit Schokolinsen. Sein Gesundheitsbewusstsein veranlasste ihn aber immerhin genau die Zutatenliste zu studieren...

Und hopp! (diesjähriger Knutt)
Und hopp! (diesjähriger Knutt)

Nun haben Vögel - wie auch dieser Knutt - in der Regel zwei gesunde Beine. Warum sie manchmal kurze Strecken auf einem Bein hüpfend zurücklegen bleibt aber wohl ihr Geheimnis. Zumindest sah es sehr drollig aus wie dieser Knutt den Spülsaum entlang hüpfte. Ich hoffe das Bild kann einen ungefähren Eindruck davon vermitteln.

Helgoland im September - Limis und eine kleine Schönheit

Badetag - adulter Sandregenpfeifer
Badetag - adulter Sandregenpfeifer

Anfang September ist der Limikolenzug in vollem Gang und so stärkten sich auch auf Helgoland viele dieser putzigen Strandflitzer für den Weiterzug in die Winterreviere. Da der Nordoststrand der Hauptinsel wegen der Räumung von Militäraltlasten gesperrt war, blieb mir leider nur die Düne zum Fotografieren der Limis. Die zahlenmäßig häufigste Art war der Sandregenpfeifer von denen sich abends weit über 50 Exemplare auf der Düne - vor allem am Nordstrand - tummelten.

Goldregenpfeifer am Strand
Goldregenpfeifer am Strand

Mein Limikolen-Highlight waren die Goldregenpfeifer (ca. 15), die ich eines Abends im schönsten Licht erwischt habe. In MV rastet diese Art zwar regelmäßig in größeren Trupps von über 1000 Exemplaren, jedoch überwiegend in fotografisch unzugänglichen Gebieten.

Weitere Limikolen-Arten waren Sanderling (ca. 30), Alpenstrandläufer (ca. 20), Pfuhlschnepfe (3), Kampfläufer (1), Knutt (1) und Rotschenkel (1). Seltenere Arten wie Zwerg- und Meerstrandläufer haben sich mir leider nicht gezeigt.

adulter Basstölpel oder Quax der Bruchpilot
adulter Basstölpel oder Quax der Bruchpilot

So konnte ich mich dann guten Gewissens noch den Basstölpeln widmen, die noch in großer Anzahl ihrem Brutgeschäft am Felsen nachgingen. Trottellummen, Tordalke, Dreizehenmöwen und Eissturmvögel hatten ihr Brutgeschäft dagegen schon beendet und genossen ihre wiedergewonnene Freiheit.

Die adulten Basstölpel waren schon von der langen Brutperiode gezeichnet und präsentierten sich nicht mehr im schönsten Kleid. Daher soll hier ein Foto reichen.

junger Basstölpel im Dunenkleid
junger Basstölpel im Dunenkleid

Gehofft hatte ich vor allem auf ein paar Fotos von jungen Basstölpeln. Und tatsächlich präsentierte sich ein Jungvogel im vollständigen Dunenkleid direkt auf der Felskante im schönsten Abendlicht. Allerdings erforderte es eine Engelsgeduld ihn so frei ablichten zu können, ohne dass einer seiner Artgenossen seinen Schnabel, Schwanz oder andere Körperteile im Bild platzierte.

Obwohl im Winter in einer waghalsigen Aktion Kletterer die Nester von den Fischernetzresten befreit hatten, haben die Altvögel wieder einiges zum Polstern des Nests herbeigeschafft - hoffentlich verfängt sich der Kleine nicht darin!

Steinschmätzer
Steinschmätzer

Was gab es sonst noch zu sehen? Es tummelten sich Massen von Bachstelzen und jede Menge Steinschmätzer auf der Insel. Meine Beobachtungs-Highlights waren ein Wendehals und ein Eisvogel... mit dem hatte ich auf dieser Insel nun wirklich nicht gerechnet! Des Weiteren gab es ein Braunkehlchen, eine Wiesenschafstelze und einige Stare unter denen sich auch ein Rosenstar aufhielt... letzterer blieb mir aber leider verborgen.

Artikel im Naturgucker-Magazin Ausgabe 26 (Sept/Okt 2016)

diesjähriger Alpenstrandläufer
diesjähriger Alpenstrandläufer

In dem Artikel "Mit Limis auf Augenhöhe" verrate ich Tricks und gebe Tipps zur Fotografie von Strandlimikolen wie Alpenstrandläufer, Sandregenpfeifer, Steinwälzer, usw.

Das Naturgucker-Magazin gibt es in Bahnhofsbuchhandlungen oder hier. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und anschließenden Ausprobieren!

Im Goldregen

diesjähriger Knutt
diesjähriger Knutt

Schon lange hatte ich eine Gegenlichtaufnahme einer Limikole im Sonnenuntergang im Kopf. Doch bei der Umsetzung machte mir bis gestern Abend immer irgendetwas einen Strich durch die Rechnung... entweder gab es Limikolen, dann schob sich im letzten Augenblick noch eine Wolke vor die Sonne oder es gab einen traumhaften Sonnenuntergang aber kein passendes Fotomodel. Gestern erfüllte mir dann dieser diesjährige Knutt den Traum. Dankenswerter Weise hielt er genau in dem Moment still als die Welle hinter ihm brach:-)

Endlich erwischt... den Bruchwasserläufer

Bruchwasserläufer
Bruchwasserläufer

Der Bruchwasserläufer ist in den Deutschland seit den 1970 Jahren als Brutvogel praktisch ausgestorben. Im ADEBAR-Kartierungszeitraum konnte lediglich 2005 im Teufelsmoor bei Bremen eine Brut nachgewiesen werden. Einen weiteren Brutverdacht gab es 2009 im Barnstorfer Moor bei Diepholz. Wie vielen anderen Limikolenarten wurde auch ihm die Entwässerung und Abtorfung der Moore in Deutschland zum Verhängnis. Zu den Zugzeiten ist diese Art aber relativ häufig auf vernässten Wiesen oder Schlammflächen anzutreffen.

Bruchwasserläufer
Bruchwasserläufer

Im Gegensatz zu den Strandläufern ist diese Limikolen-Art leider sehr scheu, so dass es mir bislang nicht gelungen war ein Exemplar in akzeptabler Foto-Distanz zu erwischen... bis heute:-) In der Nähe von Kühlungsborn konnte ich ihn überlisten und aus wenigen Metern Entfernung ablichten.

Zieh, Cowboy!

Mittelsäger
Mittelsäger

Dieser Mittelsäger fühlte sich anscheinend durch meine Kamera provoziert und forderte mich zum Duell. Dem konnte ich mich natürlich nicht verweigern und habe eiskalt abgedrückt - wie man sieht;-)

Neben diesem äußerst entspannten Mittelsäger - vielleicht war er auch eitel und wollte unbedingt fotografiert werden - konnte ich im NSG Riedensee noch 4 Flussuferläufer, 1 adulten Sandregenpfeifer und 1 adulten Knutt im Prachtkleid beobachten. Letzteren hätte ich auch gerne vor die Kamera bekommen, da ich bisher von dieser Art nur Bilder im Jugendkleid habe. Jedoch er tat mir nicht den Gefallen. Dafür entschädigte mich der Mittelsäger. Hatte ich doch bisher noch nie ein so entspanntes Exemplar dieser Art angetroffen. 

6er im Limikolen-Lotto am Nordstrand Prerow (NVP/MV)

adulter Alpenstrandläufer
adulter Alpenstrandläufer

Jetzt im Juli verlassen die ersten adulten Watvögel ihre nordischen Brutgebiete und machen sich auf den langen Weg in die Winterquartiere. Schon letztes Wochenende konnte ich 3 Alpenstrandläufer und einen Steinwälzer im NSG Riedensee beobachten... fotografieren lassen wollten sie sich leider nicht. Heute Morgen hatte ich dann am Nordstrand Prerow mehr Glück. Auf einer Sandbank tummelten sich etwa 50 Alpenstrandläufer und zu meiner Freude hatten sich ihnen 5 Sichelstrandläufer angeschlossen. 

adulter Sichelstrandläufer
adulter Sichelstrandläufer

Drei Jahre habe ich - bis heute vergeblich - versucht diese nur im arktischen Sibirien brütende und verhältnismäßig seltene Art vor die Kamera zu bekommen. Auch wenn sie "Strandläufer" heißen, halten sie sich auf dem Zug bevorzugt auf Schlammflächen und nicht am Strand auf. Beliebte Rastgebiete in MV sind z.B. die Karrendorfer Wiesen bei Greifswald oder die Peene-Polder. Dort kommt man aber leider nicht auf Foto-Distanz an die Tiere heran. Heute machten sie dann ihrem Namen alle Ehre und mich glücklich:-)

adulter Sanderling
adulter Sanderling

Doch damit nicht genug... als ich auf der Sandbank lag und die Sichelstrandläufer fotografierte, lief mir tatsächlich noch ein adulter Zwergstrandläufer vor die Linse. Ich konnte mein Glück kaum fassen, hatte ich ihn beim anfänglichen Durchmustern des Limikolen-Trupps doch übersehen. Auch diese kleinen Watvögel sind verhältnismäßig selten und bisher waren mir erst wenige Fotos einen Jungvogels gelungen. Umgangssprachlich werden sie bei uns auch als Nähmaschine bezeichnet, da sie mit einer unglaublichen Frequenz im Boden nach Fressbarem stochern. Anhand dieses Verhaltens kann man die Art auch auf große Entfernung und bei ungünstigen Lichtverhältnissen sicher identifizieren.

 

Nachtrag: Dieser Vogel wurde von Experten als Sanderling im verschlissenen Prachtkleid bestimmt. Man sollte also vorsichtig damit sein, Vögel nur nach dem Verhalten zu bestimmen... vor allem bei Arten die sich auch optisch sehr ähnlich sehen;-) Also nur noch ein 5er im Limi-Lotto aber auch schön, da ich einen Sanderling bisher nur im Jugend- und Schlichtkleid knipsen konnte.

Wacholderdrosseln am Uniklinikum Rostock

adulte Wacholderdrossel mit Futter für den Nachwuchs
adulte Wacholderdrossel mit Futter für den Nachwuchs

Die ganze Woche über konnte ich an meiner Arbeitsstelle ein Wacholderdrossel-Pärchen dabei beobachten wie sie unermüdlich Würmer sammelten, um die hungrigen Mäuler des Nachwuchses zu stopfen. Die Würmer sammelten sie unter den Linden an der Schillingallee und ließen sich dabei weder von Menschen noch von Hunden stören. Der bettelnde Nachwuchs wartete dagegen in den sicheren Baumkronen. Diese Chance konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Und so statte ich der Familie am Sonntagmorgen einen fotografischen Besuch ab. Zu diesem Zeitpunkt bestand wenigstens nicht die Gefahr, dass meine Kollegen mich dabei beobachten wie ich mich mit dem dicken Tele permanent vor einem Vogel in den Dreck werfe. Die Lichtverhältnisse dort sind leider sehr schwierig. Die hohen Klinikgebäude verhindern, dass man das schöne Morgen- bzw. Abendlicht nutzen kann. Außerdem halten sich die Drosseln nur im Schatten der mächtigen Linden auf, sodass ich die ISO-Werte bis auf 3200 hochdrehen musste... zum Glück liefert die 5DIII auch bei solch hohen Werten noch brauchbare Fotos.

Foto in der aktuellen NaturFoto (Heft 7, Juli 2016) veröffentlicht

Sowerby-Zweizahnwal in der Wismarbucht
Sowerby-Zweizahnwal in der Wismarbucht

Im Herbst 2015 hatte ich das große Glück den Sowerby-Zweizahnwal, der sich in die Wismarbucht verirrt hatte, fotografieren zu können. Ein Foto (nicht das hier gezeigte) dieser Bilderstrecke ist nun in der aktuellen "NaturFoto" inkl. eines kurzen Textes veröffentlicht worden.

Ein Raubwürger in Rostock und Uferschwalben

Raubwürger in Rostock
Raubwürger in Rostock

Seit etwa einem Monat hat ein männlicher Raubwürger in der Peezer Niederung sein Revier aufgeschlagen (Entdecker: Sven Johnsen). Da Raubwürger ein sehr großes Gebiet als Revier beanspruchen, ist es nicht einfach ihn zu entdecken. Ab und zu lässt er sich dann aber doch auf einem Weidezaunpfahl blicken. Ein Brutnachweis konnte leider noch nicht erbracht werden... aber wir hoffen natürlich, dass er ein weibliches Gegenstück gefunden hat und sie momentan ein Gelege bebrütet.

Bisher ist mir von diesem prächtigen Vogel nur diese eine Aufnahme gelungen, bei der es sich leider nur um einen starken Ausschnitt handelt.

Uferschwalbe
Uferschwalbe

Am Samstag habe ich mich dann an Flugaufnahmen von Uferschwalben versucht. Diese flinken und eleganten Flugkünstler fotografisch festzuhalten ist wahrlich nicht einfach und so lag die Ausbeute an brauchbaren Bildern letztendlich nur im Promillebereich... aber ein paar schöne Fotos reichen ja auch:-)

Sandregenpfeifer und ein Stachelritter im Landkreis Rostock

Reviergrenze - männliche Sandregenpfeifer
Reviergrenze - männliche Sandregenpfeifer

So sehr das traumhafte Sommerwetter der letzten Tage die Touristen in MV freut, so problematisch ist es für die Sandregenpfeifer, die an unseren Stränden brüten. Konnte ich vor 2 Wochen noch an 2 touristisch stark frequentierten Strandabschnitten je 1 Brutpaar feststellen, war einer der Abschnitte mittlerweile verlassen. Auch das zweite Gelege wurde nicht mehr bebrütet. Dafür hat ein Sandregenpfeiferpärchen einige Meter weiter einen neuen Versuch gestartet. Ein weiteres Paar hat wiederum ca. 100m weiter ein Revier besetzt. 

Scharmützel an der Reviergrenze
Scharmützel an der Reviergrenze

An der Reviergrenze beäugten sich die beiden Männchen argwöhnisch und als ein Kontrahent die Dreistigkeit besaß in das Revier des Brutpaares einzudringen, gab es ein kurzes Scharmützel... dann ergriff der Eindringling die Flucht.

Ich bin gespannt, ob es dieses Jahr einem Pärchen gelingt im Touristenrummel ihre Brut flügge zu bekommen. In den letzten 3 Jahren konnte ich das lediglich einmal beobachten.

Igel im Scheinwerferlicht
Igel im Scheinwerferlicht

Auf dem Rückweg lief mir in der Dämmerung noch ein Igel über den Weg und hatte die Güte in einer Parklücke zu verweilen und mir so ein paar Bilder zu ermöglichen. Auf dem Foto wird er von dem Scheinwerfer eines vorbeifahrenden Autos beleuchtet. Für den Igel bestand natürlich keine Gefahr!

Die Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum)

Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) männl.
Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) männl.

Während sich in Deutschland die Bestände vieler Libellenarten in den letzten Jahren soweit erholt haben, dass sie in der neuen Roten Liste (2015 erschienen) zurückgestuft werden konnten, gehört die Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) leider zu den wenigen Arten deren Situation sich verschlechtert hat, so dass sie von Kategorie 2 (stark gefährdet) auf Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) hochgestuft wurde. Dementsprechend ist mir auch nur ein Gebiet in Niedersachsen bekannt, in dem diese Art in einer stabilen Bestandsdichte vorkommt.

Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) weibl.
Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) weibl.

Die Männchen dieser Art sind relativ leicht zu bestimmen. Die charakteristische grüne Körperunterseite (s. oben) teilen sie sich nur noch mit ihrer Schwesterart, der ebenfalls seltenen Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum). Im Gegensatz zu dieser zeigt die männl. Mond-Azurjungfer aber deutlich mehr Schwarzanteil auf den Abdominalsegmenten 3 - 6. Charakteristisch ist auch die Zeichnung auf dem 2. Abdominalsegment aus querliegendem Halbmond (namensgebend) und zwei seitlichen Längsstrichen.

Die Weibchen machen es uns da schon deutlich schwieriger. Sie sind grün bis bräunlich gefärbt und die Oberseite des Abdomens ist fast komplett schwarz. Im Gegensatz zu den Weibchen anderer Coenagrion-Arten zeigt die weibliche Mond-Azurjungfer aber eine charakteristische Färbung auf dem 8. Abdominalsegment mit heller Basis.

Weibl. Mond-Azurjungfer (Ausschnitt)
Weibl. Mond-Azurjungfer (Ausschnitt)

Am sichersten lassen sich die Weibchen der verschiedenen Coenagrion-Arten über die Form des Pronotum-Hinterrandes unterscheiden. Hier zeigt die weibliche Mond-Azurjungfer einen deutlichen Mittellobus. Im Feld ist dieses Merkmal mit bloßem Auge leider nicht zu erkennen. Um die Tiere für die Art-Bestimmung nicht fangen zu müssen (in Deutschland nur mit Sondergenehmigung erlaubt) ist eine Kamera hilfreich. Hiermit lassen sich Aufnahmen dieses Merkmals machen und durch Hereinzoomen ins Bild kann bereits im Feld oder bequem zu Hause am Rechner die artgenaue Bestimmung erfolgen.

Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)

Die Mond-Azurjungfer hat eine relativ kurze Flugzeit von Anfang Mai bis Ende Juni und bevorzugt nährstoffarme, saure Moorgewässer, kommt lokal aber auch in eutrophen Weihern und Kiesgruben vor. Die Eiablage erfolgt in Tandem-Stellung in untergetauchte Blätter des Wollgrases. Dabei tauchen beide Partner unter und können mit Hilfe einer Luftblase bis zu einer halben Stunde unter Wasser bleiben.

Den neuen Steckbrief zur Mond-Azurjungfer finden Sie hier.

Helgoland im Frühjahr

Tordalk
Tordalk

5 Tage Helgoland gehen heute zu Ende. Es war mein erster Besuch auf der Insel zur Brutzeit und das Spektakel an den Felsen ist überaus beeindruckend. Das Wetter war die ganze Zeit aus touristischer Sicht überragend... aus Fotografen-Sicht aber eher suboptimal. Strahlender Sonnenschein erlaubte ansprechende Bilder nur morgens und abends und gestaltete das Fotografieren an den Brutfelsen äußerst schwierig, da man hier entweder im Schatten die ISO-Werte hochdrehen musste oder mit Schattenwurf zu kämpfen hatte. Zudem braucht man für alle Arten mit Ausnahme der Basstölpel massig Brennweite. Für die wenigen Tordalke die dort brüten reichten selbst 600mm an 1,6fach Crop-Kamera für formatfüllende Fotos nicht aus. So muss an dieser Stelle ein starker Auschnitt genügen.

Trottellumme
Trottellumme

Die Trottellummen sind wirklich drollige Vögel und meine Lieblinge an den Brutfelsen. An einer Stelle kann man sie schön freistellen und auch mit 600mm an Crop-Kamera formatfüllend ablichten... die selbe Brennweite an Vollformat ermöglicht eine schöne Einbeziehung der Felsen. Wirklich schönes Licht hat man an dieser Stelle leider nur abends... dann waren natürlich keine Lummen dort und so zeige ich ein Bild vom späten Nachmittag.

Basstölpel über Helgoland
Basstölpel über Helgoland

Die Basstölpel sind die eigentlichen Stars am Felsen und man muss sich einen optimalen Fotoplatz an den beiden Hot-Spots hart erkämpfen. Dort gehen die Brutplätze bis auf 2 bis 3 Meter an den Zaun heran... und die Vögel nähern sich manchmal bis auf Armlänge. Meine 300mm Brennweite an Vollformatkamera waren hier für Paarungs- und Übersichtsaufnahmen deutlich zuviel. Also konzentrierte ich mich auf Portraits und Flugaufnahmen... und beim nächsten Besuch werde ich ein 70-200mm Objektiv einpacken.

Basstölpel vor bewölktem Himmel - mein bevorzugtes Foto-Wetter
Basstölpel vor bewölktem Himmel - mein bevorzugtes Foto-Wetter

Am Dienstagmittag zogen für ca. 30 Minuten immer mal wieder Wolken vor die Sonne. Ich bevorzuge bewölktes Wetter zum Fotografieren, da so die Farben am natürlichsten erscheinen. Besonders für die weiß-schwarzen Basstölpel finde ich einen weißen oder grauen Himmel als Hintergrund deutlich ansprechender als den blauen Himmel oder das dunkelblaue Meer.

Austerfischer... der Helgoländer Spatz
Austerfischer... der Helgoländer Spatz

Auf der Düne gibt es zwei Arten von Austernfischer - die scheuen wie ich sie von der Ostsee kenne und an die man kaum zum Fotografieren heran kommt und die "Spatzen". Einige Austernfischer wurden dort angefüttert. Sie erkennen die "Fütterer" und kommen spätestens auf Zuruf angesprintet und betteln um Nahrung. Zudem gibt es Gerüchte, dass sie auch Pommes Frites nicht abgeneigt sein sollen... das allerdings konnte ich nicht mit eigenen Augen beobachten.

gespiegelte Pfuhlschnepfe im Übergangskleid
gespiegelte Pfuhlschnepfe im Übergangskleid

Die Auswahl an Limikolen war leider sehr überschaubar. Neben den Austernfischern gab es noch einige scheue Regenbrachvögel, zwei Sandregenpfeifer und - mein persönliches Highlight - eine halbwegs entspannte Pfuhlschnepfe... leider noch nicht im vollständigen Prachtkleid. Dankenswerterweise hielt sie sich an einer kleinen Wasserpfütze am Strand auf, so dass ich einige Bilder mit schöner Spiegelung machen konnte.

Durch die Brandung - männl. Eiderente
Durch die Brandung - männl. Eiderente

Eiderenten gibt es zur Brutzeit auf Helgoland in größerer Zahl und ich konnte sogar schon ein Pärchen mit Nachwuchs beobachten. Nach der üblichen Übersichtsaufnahme habe ich hier mal etwas experimentiert... das Equipment ist glücklicherweise trocken geblieben.